Thomas Mann - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Thomas Mann" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Alles Große ist ein Trotz.

Thomas Mann (* 6. Juni 1875 in Lübeck; † 12. August 1955 in Zürich, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Thomas Mann Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Alles Interesse an Krankheit und Tod ist nur ein anderer Ausdruck für das Interesse am Leben.

Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten - das ist die Hölle.

Auf irgendeine Weise fehlte es der Atmosphäre an Unschuld, an Zwanglosigkeit […] Man verstand bald, dass Politisches umging, die Idee der Nation im Spiel war.

Brave, herrliche junge Leute! Ihr seid nicht umsonst gestorben, sollt nicht vergessen sein (Über die Mitglieder der Weißen Rose; 1943)

Das Lachen ist ein Erglänzen der Seele. (Quelle: Der Zauberberg; Settembrini)

Das Positive am Skeptiker ist, dass er alles für möglich hält.

Das Schlimme ist, dass heute die Welt aus Wespennestern besteht und man das Hineintreten kaum vermeiden kann, wenigstens nicht, wenn es einem ein bisschen um Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun ist.

Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, dass Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt. (Quelle: Der Zauberberg)

Denken und danken sind verwandte Wörter; wir danken dem Leben, in dem wir es bedenken.

Denn das Glück ist nicht, geliebt zu werden; das ist eine mit Ekel gemischte Genugtuung für die Eitelkeit. Das Glück ist, zu lieben und vielleicht kleine, trügerische Annäherungen an den geliebten Gegenstand zu erhaschen.

Der klassische Friede zwischen der Wirklichkeit und dem Gedanken war immer schwer zu schließen.

Der Mensch muss schon von einer gewissgradigen Beschränktheit sein, um Patriot sein zu können.

Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken. (Quelle: Der Zauberberg)

Der Name ist ein Stück des Seins und der Seele.

Der Ruhm zu Lebzeiten ist eine fragwürdige Sache; man tut gut, sich nicht davon blenden, sich kaum davon erregen zu lassen.

Dichtertum ist die lebensmögliche Form der Inkorrektheit.

Die Analyse ist gut als Werkzeug der Aufklärung und der Zivilisation, gut, insofern sie dumme Überzeugungen erschüttert, natürliche Vorurteile auflöst und die Autorität unterwühlt, gut, mit anderen Worten, indem sie befreit, verfeinert, vermenschlicht und Knechte reif macht für die Freiheit. Sie ist schlecht, sehr schlecht, insofern sie die Tat verhindert, das Leben an den Wurzeln schädigt, unfähig, es zu gestalten. (Quelle: Der Zauberberg; Settembrini)

Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere.

Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.

Die Politik macht roh, pöbelhaft und stupid. Neid, Frechheit, Begehrlichkeit ist alles, was sie lehrt.

Die Rolle des Vertrauten ist immer zugleich wohltuend und schmerzlich, denn man spielt sie ja immer nur unter der Voraussetzung, dass man selbst nicht in Betracht kommt. Aber wie viel besser ist es doch, habe ich mir oft gesagt, der Welt Vertrauen einzuflößen, als ihre Leidenschaften zu erregen! Wie viel besser, ihr "gut", als ihr "schön" zu erscheinen! (Quelle: Doktor Faustus)

Ein gutes Buch werde gleich zusammen mit seinem Titel geboren.

Ein Künstler muss in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht.

Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.

Es ist schwer, es zugleich der Wahrheit und den Leuten recht zu machen.

Genie ist Ausgeschlafenheit.

Gewalt birgt immer ein Element der Verzweiflung.

Ich war sehr glücklich. Ich war mir kostbar und liebte mich - auf jene gesellschaftlich nur ersprießliche Art, welche die Liebe zu sich selbst als Liebenswürdigkeit gegen andere nach außen schlagen lässt. (Quelle: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Ich weiß, dass oft die äußeren, sichtbarlichen und greifbaren Zeichen und Symbole des Glückes und Aufstieges erst erscheinen, wenn in Wahrheit alles schon wieder abwärts geht.

Ich werde die Liebe zu den Zaubern des Weihnachtsfestes nie verlernen.

Ich will nicht die Parlaments- und Parteiwirtschaft, welche die Verpestung des gesamten Lebens mit Politik bewirkt. Ich will nicht Politik. Ich will Sachlichkeit, Ordnung und Anstand.

Ironie heißt fast immer, aus einer Not eine Überlegenheit machen.

Man soll machen, was einem Freude verheißt - es besteht die größte Wahrscheinlichkeit, dass es auch der Welt eine Freude machen wird.

München leuchtete. Über den festlichen Plätzen und weißen Säulentempeln, den antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, den springenden Brunnen, Palästen und Gartenanlagen der Residenz spannte sich strahlend ein Himmel von blauer Seide, und ihre breiten und lichten, umgrünten und wohlberechneten Perspektiven lagen in dem Sonnendunst eines ersten, schönen Junitages.

Niemand kann andere Menschen gut führen, wenn er sich nicht ehrlich an deren Erfolgen zu freuen vermag.

Nun kommt es im Leben darauf an, wer eine Wahrheit ausspricht. In gewissem Munde wird auch die Wahrheit zur Lüge.

Nur an den beiden Polen menschlicher Verbindung, dort, wo es noch keine oder keine Worte mehr gibt, im Blick und in der Umarmung, ist eigentlich das Glück zu finden, denn nur dort ist Unbedingtheit, Freiheit, Geheimnis und tiefe Rücksichtslosigkeit.

Nur der Spießbürger glaubt, dass Sünde und Moralität entgegengesetzte Begriffe seien; sie sind eins; ohne die Erkenntnis der Sünde, ohne die Hingabe an das Schädliche und Verzehrende ist alle Moralität nur läppische Tugendhaftigkeit.

Ohne Zweifel, sagte er, sei nicht nur das Leben eine verhältnismäßig rasch vorübergehende Episode, das Sein selbst sei eine solche zwischen nichts und nichts. Es habe das Sein nicht immer gegeben und werde es nicht immer geben. Es habe einen Anfang gehabt und werde ein Ende haben, mit ihm aber Raum und Zeit, denn die seien nur durch das Sein und durch dieses aneinander gebunden. Raum, sagte er, sei nichts weiter als die Ordnung oder Beziehung materieller Dinge untereinander. Ohne Dinge, die ihn einnähmen, gäbe es keinen Raum und auch keine Zeit. Denn Zeit sei nur eine durch das Vorhandensein von Körpern ermöglichte Ordnung von Ereignissen, das Produkt von Bewegung, von Ursache und Wirkung, deren Abfolge der Zeit Richtung verleihe, ohne welche es die Zeit nicht gäbe. (Quelle: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Phantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.

Radikale Askese, das bedeutet immer und überall nur Charakterschwäche.

Religion ist Ehrfurcht - die Ehrfurcht zuerst vor dem Geheimnis, das der Mensch ist.

Schwerlich hat es je einen Staatsmann gegeben, der Großes erreichte und sich nicht danach hätte fragen müssen, ob er sich noch zu den anständigen Menschen zählen dürfe.

Sei am Tage mit Lust bei den Geschäften, aber mache nur solche, dass du des Nachts ruhig schlafen kannst.

So hoch er sich heute spreizt, so weit seine Einschüchterung sich ausbreitet, so viel von ihm angerichtetes Elend, Entehrung, Verderbnis, Blut, Tränen, Verzweiflung und Selbstmord er sich von seinem Bergsitz betrachten und sich groß, sich »geschichtlich« vorkommen darf, – der Stab ist ihm gebrochen, nichts wird bleiben von seinen Worten und Werken, weil sie falsch und nichtig waren, und sein Nachruhm wird Schande sein. (Über Adolf Hitler; 1938)

Von Natur fühlt er sich als bevorteilt und vornehm, ist es aber nicht seinem gesellschaftlichen Range nach und korrigiert diesen ungerechten Zufall durch eine seiner Anmut sehr leicht fallenden Täuschung, durch Illusion. (Quelle: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Wahrscheinlich kann man vom Nichtwollen seelisch nicht leben; eine Sache nicht tun wollen, das ist auf Dauer kein Lebensinhalt.

War zu glauben gewesen, dass ein wirtschaftlich bedrängtes und gehetztes Publikum aufgelegt sein werde, den träumerischen Verknüpfungen dieser […] Gedankenkomposition zu folgen? (Über den Erfolg seines Romans "Der Zauberberg")

Was ist Zeit? Ein Geheimnis - wesenlos und allmächtig.

Welch eine herrliche Gabe ist nicht die Phantasie, und welchen Genuss vermag sie zu gewähren! (Quelle: Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Wenn ich esse, so freue ich mich wieder darauf, ja, ich kann sagen, dass ich eigentlich bloß esse, um rauchen zu können.

Wer immer nur geliebt wird, ist ein Trottel.

Wir finden in den Büchern immer nur uns selbst. Komisch, dass dann allemal die Freude groß ist und wir den Autor zum Genie erklären.

Wir können uns zwar Gott ohne die Kirche vorstellen, aber nicht die Kirche ohne Gott.

Zum Bewusstsein kommen heißt: ein Gewissen bekommen, heißt wissen, was gut und böse ist.

Das Glück kommt zu denen, die es erwarten. Nur müssen sie die Türen auch offenhalten.

Man ist in Deutschland allzu bereit, sich offenkundig zum Bösen zu bekennen, solange es so aussieht, als wollte diesem die Geschichte recht geben.

Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode erschreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt werden und unversehens verflogen sein.

Auf eigene Art einem Beispiel folgen, das ist Tradition.



— Paul Thomas Mann (1875 - 1955) war ein deutscher Schriftsteller und Erzähler.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Thomas Mann" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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