Stefan Zweig - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Stefan Zweig" (Schriftsteller; AT)

— Beliebtes Zitat:

Am Tage, da ich meinen Pass verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, dass man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde.

Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien; † 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien) war ein österreichischer Schriftsteller.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Stefan Zweig Zitate (Land: AT / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Auch die Pause gehört zur Musik.

Aus Traurigkeit wächst keine Tat.

Das Außerordentliche ist das Maß aller Größe.

Das Gerücht erreicht immer denjenigen als letzten, mit dem es sich beschäftigt.

Das Schicksal aber gibt den Frechen mehr als den Fleißigen, den Groben lieber als den Geduldigen.

Dem einen fehlt der Wein, dem anderen der Becher.

Dem, der alles zu verlieren vermag, wird alles Gewinn.

Der Hass hat ein besseres Gedächtnis als die Liebe.

Der Mensch in uns sagt: nur durch Trauer lebst du wahrhaft die Zeit, fühlst du den Krieg. Aber das Leben spricht: nur durch Freude erlöst du dich von der Zeit, besiegst du den Krieg.

Des geistigen Menschen höchste Leistung ist immer Freiheit. Freiheit von den Menschen, Freiheit von den Meinungen, Freiheit von den Dingen, Freiheit nur zu sich selbst.

Die Geweihten sind gezeichnet.

Die halbe Wahrheit ist nichts wert.

Die Weltgeschichte ist nicht nur, wie sie meistens dargestellt wird, eine Geschichte des menschlichen Mutes, sondern auch eine Geschichte der menschlichen Feigheit.

Ein Gedächtnis ist treu und zäh, was sich ihm einprägt, wird beständig nachgeprüft, nachdem es sich schon gewichtig bewies dadurch, dass es blieb.

Einer muss den Frieden beginnen wie den Krieg. (Quelle: Zweigs Bitte an Rathenau um Unterstützung für die Gründung eines Vermittlerkreises von Intellektuellen; 1914)

Entscheidend für eine Idee ist nie, wie sie sich verwirklicht, sondern was sie an Wirklichkeit enthält.

Erst das Leiden hat der Menschheit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen.

Erst im Unglück weiß man wahrhaft, wer man ist. (Quelle: Marie Antoinette; 1932)

Es ist das Schicksal der Ungewöhnlichen, immer wieder den Hass der Menschen zu erregen.

Es ist schöner, einen Menschen zu verstehen, als über ihn zu richten.

Es ist vielleicht das einzige Stück Freiheit, das man sein ganzes Leben ununterbrochen besitzt: Die Freiheit, das Leben wegzuwerfen.

Es lohnt sich schon, etwas Schweres auf sich zu nehmen, wenn man es einem Menschen damit leichter macht.

Freud als Denker war keineswegs verwundert über diesen fürchterlichen Ausbruch der Bestialität (unter Hitler) – seine Meinung, dass das Barbarische, dass der elementare Vernichtungstrieb in der menschlichen Seele unausrottbar sei, sei auf das entsetzlichste bestätigt.

Gedanken leben ebenso von der Bestätigung wie vom Widerspruch.

Gesundheit ist für den Menschen das Natürliche, Krankheit das Unnatürliche.

Hans Dampf in allen Gassen hat kein Steckenpferd, aber er weiß auf jedem zu reiten, das man ihm zwischen die Beine schiebt.

Immer erscheinen die entscheidenden Ideen nachträglich als einfache und selbstverständliche.

Jede Krise ist ein Geschenk des Schicksals an den schaffenden Menschen.

Jeder Glaube, der dem Geld oder der Macht dient, nimmt Schaden an seiner Seele.

Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles Wesentliche, alles Dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration.

Keine sittliche Ordnung kann durch Gewalt erzwungen werden.

Klug sein hat noch nie einen Menschen an Dummheiten gehindert.

Macht ist die geheimnisvollste Materie der Welt. Magnetisch zieht sie den einzelnen, suggestiv die Massen an.

Menschen, die ein enges Leben haben, sind ja immer neugierig auf alles Neue vor ihren Türen.

Mitleid eines Mannes zu einer leidenden Frau ist immer Zärtlichkeit.

Nicht ungestraft gehen alle Menschen gleich angezogen, gehen alle Frauen gleich gekleidet, gleich geschminkt: Die Monotonie muss notwendig nach innen dringen… Unbewusst entsteht eine Gleichhaftigkeit der Seelen, eine Massenseele.

Nichts aber bewährt besser den Charakter eines Menschen als die Goldprobe des Erfolges und die Feuerprobe des Unglücks.

Nichts aber wirkt aufstörender, aufweckender bei jungen Menschen als das entnervende Spiel vager Vermutungen.

Nichts hat das deutsche Volk – dies muss immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden – so erbittert, so hass wütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation.

Nie entscheidet bei einem schöpferischen Menschen, wovon er ausgegangen, sondern einzig, wohin er gelangt ist.

Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.

Nur an den Maßlosen erkennt die Menschheit ihr äußerste Maß.

Nur der ganz Zerstückte kennt die Sehnsucht nach Vollendung. Nur der Getriebene erreicht die Unendlichkeit.

Nur der ist Prophet, dessen Hand die ewige Liebe aussäet, dessen Seele Flut ist von großem Erbarmen, dessen Seele Glut ist von allem warmen strömenden Blut, das unschuldig versprengt ist, und dessen Herz von unendlicher Liebe versengt ist!

Nur wer Helles und Dunkles, Aufstieg und Niedergang erfahren hat, nur der hat wahrhaftig gelebt.

Paradoxerweise habe ich in eben derselben Zeit, da unsere Welt im Moralischen zurückstürzte um ein Jahrtausend, dieselbe Menschheit im Technischen und Geistigen sich zu ungeahnten Taten erheben sehen, mit einem Flügelschlag alles in Millionen Jahren Geleistete überholend. Nie bis zu unserer Stunde hat sich die Menschheit als Gesamtheit teuflischer gebärdet und nie so Gottähnliches geleistet.

Schach ist wie die Liebe, allein macht es weniger Spaß.

Ungeduld ist Angst.

Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.

Wer die Vergangenheit nicht versteht, versteht nichts wirklich.

Wer einmal sich selbst gefunden, der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren. Wer einmal den Menschen in sich begriffen hat, der begreift alle Menschen.

Wer Schicksale formt, fällt in Schuld.

Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt.

Wer selbstständig denkt, denkt zugleich am besten und förderlichsten für alle.

Wer sich Ziele setzt, geht am Zufall vorbei.

Wie wenige Menschen, auch die tapfersten, haben jemals den Mut, klar einzugestehen, ihre Anschauung von gestern sei Irrtum und Unsinn gewesen.

Wir mussten Freud recht geben, wenn er in unserer Kultur, unserer Zivilisation nur eine dünne Schicht sah, die jeden Augenblick von den destruktiven Kräften der Unterwelt durchstoßen werden kann.

Wozu lebt man, wenn der Wind hinter unserm Schuh schon die letzte Spur von uns wegträgt?

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, die Nachricht erregte keine besondere Aufmerksamkeit. (Über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo im Juni 1914)



— Stefan Samuel Zweig (1881 - 1942) war ein österreichischer Schriftsteller, Journalist und Biograph.


— Zweig entstammt einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie, die allerdings nicht besonders religiös war.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Stefan Zweig" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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