Robert Musil - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Robert Musil" (Schriftsteller; AT)

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Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen zu lassen.

Robert Musil (* 6. November 1880 in St. Ruprecht bei Klagenfurt; † 15. April 1942 in Genf) war ein österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Robert Musil Zitate (Land: AT / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Der Garten ist eine Kunstnatur.

«Wahr» und «Falsch», das sind die Ausreden derer, die nie zu einer Entscheidung kommen wollen. Denn die Wahrheit ist ein Ding ohne Ende.

Aber ich glaube, dass die Menschen in einiger Zeit einerseits sehr intelligent, anderen teils Mystiker sein werden. Vielleicht geschieht es, dass sich unsere Moral bereits heute in diese zwei Bestandteile zerlegt. Ich könnte auch sagen: in Mathematik und Mystik.

Aber Motivation hat mit Wollen keine Berührung; sie lässt sich nicht nach dem Gegensatz von Zwang und Freiheit einteilen, sie ist tiefster Zwang und höchste Freiheit.

Alle Gefühle, alle Leidenschaften der Welt sind ein Nichts gegenüber der ungeheuren, aber völlig unbewussten Anstrengung, welche die Menschheit in jedem Augenblick macht, um ihre Gemütsruhe zu bewahren.

Alle großen Gläubigen waren Immoralisten.

Alles in der Welt ist Liebe! Liebe ist das sanfte, göttliche, von Asche verdeckte, aber unauslöschliche Wesen der Welt!

Alles ist moralisch, nur die Moral nicht.

Alles, was die Wände unseres Lebens bildet, sozusagen die Kulisse unseres Bewusstseins, verliert die Fähigkeit, in diesem Bewusstsein eine Rolle zu spielen.

Alles, was wir denken, ist entweder Zuneigung oder Abneigung. (Aus: Kleine Prosa)

Als gut gilt heute, was uns die Illusion gibt, daß es uns zu etwas bringen werde.

Am Land kommen die Götter noch zu den Menschen, […] man ist jemand und erlebt etwas, aber in der Stadt, wo es tausendmal so viel Erlebnisse gibt, ist man nicht mehr imstande, sie in Beziehung zu sich zu bringen: und so beginnt ja wohl das berüchtigte Abstraktwerden des Lebens.

Aphorismen schreiben sollte nur einer, der große Zusammenhänge sieht.

Auch Glaube und Liebe sind bloß Gemütszustände, aber die Kontemplation schafft für sie das Bild einer ganzen Welt!

Bekanntlich weist man Vorwürfe umso heftiger zurück, je stärker man selbst zwischen Schuld und Unschuld gespannt ist.

Bekanntlich wollen unsere Dichter nicht mehr denken, seit sie von der Philosophie gehört zu haben glauben, dass man Gedanken nicht denken darf, sondern sie leben muss.

Das angeblich voll ausgelebte Leben ist in Wahrheit «ungereimt», es fehlt ihm am Ende, und wahrhaftig am wirklichen Ende, beim Tod, immer etwas.

Das gewöhnliche Leben ist ein Mittelzustand aus allen uns möglichen Verbrechen.

Das kannst du doch nicht leugnen, dass wir in uns stecken wie die Figuren in einem Steinblock. Man muss sich aus sich herausarbeiten! Man muss sich gegenseitig dazu zwingen!

Das Leben baut nichts auf, wozu es nicht die Steine anderswo ausbrach.

Das Leben bildet eine Oberfläche, die so tut, als ob sie so sein müsste, wie sie ist, aber unter ihrer Haut treiben und drängen die Dinge.

Das Leben ist gut, soweit es der Kunst standhält: was nicht kunstfähig am Leben ist, ist Kitsch!

Das Unglück ist unser Stehenbleiben beim vorletzten Schritt!

Denn auch Gedanken, die Macht gewinnen wollen, hängen sich an Gedanken, die schon Macht haben.

Denn die erste Leidenschaft des erwachsenden Menschen ist nicht Liebe zu der einen, sondern Hass gegen alle. (Quelle: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß; 1930)

Denn die Sprache der Liebe ist eine Geheimsprache, und in ihrer höchsten Vollendung so schweigsam wie eine Umarmung.

Der Augenblick ist nichts als der wehmütige Punkt zwischen Verlangen und Erinnern.

Der Fehler ist, daß der Fortschritt immer mit dem alten Sinn aufräumen will.

Der geliebte Mensch scheint dort zu stehen, wo sonst etwas fehlt.

Der Held braucht Verhängnis und Unglück, um sich beweisen zu können. Not und Held gehören zusammen wie Krankheit und Fieber.

Der moderne Mensch ist feig, aber er lässt sich gern zum Heroismus zwingen.

Der Wunsch ist ein Wille, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt.

Der Zug der Zeit ist ein Zug, der seine Schienen vor sich her rollt. Der Fluß der Zeit ist ein Fluß, der seine Ufer mitführt.

Der zurechnungsfähige Mensch kann immer auch anders, der unzurechnungsfähige nie!

Deshalb hasste er auch niemanden so inbrünstig wie die Psychiater, die glaubten, sein ganzes schwieriges Wesen mit ein paar Fremdworten abtun zu können, als wäre es für sie eine alltägliche Sache.

Die Erwachsenen begehen eine barbarische Sünde, indem sie das Schöpfertum des Kindes durch den Raub seiner Welt zerstören, unter herangebrachtem, totem Wissensstoff ersticken und auf bestimmte, ihm fremde Ziele abrichten.

Die Jugend überschätzt das Neueste, weil sie sich mit ihm gleichaltrig fühlt. Darum ist es ein zweifaches Unglück, wenn das Neueste zu ihrer Zeit schlecht ist.

Die kleinsten Alltagsleistungen setzen viel mehr Energie in die Welt als die seltenen heroischen Taten.

Die Kultur: Gras, das immer wieder niedergetreten wird und sich wieder aufrichtet.

Die Musik ist unendlich, sie ist aber auch allmächtig - kurz, sie ist auch alles das, was und wie ein Geist ist. Solange irgendein Wesen existieren wird, solange wird auch Musik bestehen, solange wird sie auch Wunder wirken.

Die Natur und der eigentümliche Geist der Liebenden blicken einander in die Augen, es sind das zwei Richtungen der gleichen Handlung, es ist ein Fließen in zwei Richtungen und ein Brennen von zwei Enden.

Die täglichen Menschenerlebnisse sind die tiefsten, wenn man sie von der Gewohnheit befreit.

Die Welt kann nur durch die Leute verbessert werden, die zu ihr im Widerspruch stehn.

Diese Willensfreiheit ist die Fähigkeit des Menschen, freiwillig zu tun, was er unfreiwillig will.

Eifersucht setzt voraus, daß man aus der Liebe einen Besitz machen will.

Ein Aphorismus: das kleinste mögliche Ganze

Ein bisschen Furcht vor etwas Bestimmten ist gut. Sie dämpft die viel größere Furcht vor etwas Unbestimmten.

Ein Gedanke, - er mag schon lange vorher durch unser Hirn gezogen sein -, wird erst in dem Momente lebendig, da etwas, das nicht mehr Denken, nicht mehr logisch ist, zu ihm hinzutritt, so daß wir seine Wahrheit fühlen.

Eine Liebesbeziehung kann man zerreden. Zerschweigen kann man sie nicht.

Eine vollkommene Ordnung wäre der Ruin allen Fortschritts und Vergnügens.

Es fällt dem Philosophen nicht leicht, auf die Erkenntnis zu verzichten, aber es ist wahrscheinlich die große werdende Erkenntnis des zwanzigsten Jahrhunderts, daß man es tun muss.

Es gibt keine Erlebnisse, die von Anfang an ein bestimmtes Gefühl sind, ja nicht einmal Gefühl schlechthin: sondern es gibt bloß Erlebnisse, die dazu berufen sind, zum Gefühl und zu einem bestimmten Gefühl zu werden.

Es gibt nichts, was dem Geist so gefährlich wäre, wie seine Verbindung mit großen Dingen.

Es hat keinen Sinn, Sorgen im Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.

Es ist nichts so schwer, wie mit einem Menschen in ein Schicksal verflochten zu sein, den man nicht genügend liebt!

Etwas schön finden heißt ja wahrscheinlich vor allem: es finden.

Fast könnte man sagen, unsere bösen Wünsche seien die Schattenseite des Lebens, das wir wirklich führen, und das Leben, das wir wirklich führen, sei die Schattenseite unserer guten Wünsche.

Fortschritt wäre wunderbar – würde er einmal aufhören.

Geist eignet sich nur in beschränktem Maße zum Regieren.



— Robert Musil (1880 - 1942) war ein österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Robert Musil" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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