Michel de Montaigne - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Michel de Montaigne" (Schriftsteller; FR)

— Beliebtes Zitat:

Gewohnheiten sind der Sieg der Zeit über den Willen.

Michel de Montaigne  (* 28. Februar 1533 auf Schloss Montaigne im Périgord; † 13. September 1592 ebenda) war Jurist, Skeptiker und Philosoph, Humanist und Begründer der Essayistik.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Michel de Montaigne Zitate (Land: FR / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.

Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.

Alle Widersprüche finden sich in mir, je nach Gesichtswinkel und Umständen.

Schamhaft und unverschämt;
keusch und geil;
geschwätzig und schweigsam;
tatkräftig und zimperlich;
geistreich und blöde;
mürrisch und leutselig;
lügnerisch und wahrhaftig;
kenntnisreich und unwissend,
geizig und verschwenderisch.

Von alledem finde ich etwas in mir, je nachdem ich mich drehe.
Wir sind alle aus lauter Flicken und Fetzen so kunterbunt unförmlich zusammengestückt, daß jeder Lappen jeden Augenblick sein eigenes Spiel treibt.

Alles wimmelt von Kommentaren; an Autoren aber ist großer Mangel.

Am jetzigen Verfall hat jeder von uns seinen eigenen Anteil.

An dem, was ich an mir selber erfahren habe, fände ich genug, ein Weiser zu werden, wenn ich nur ein guter Schüler wäre.

An nichts glaube ich so schwer bei den Menschen als an ihre Beständigkeit, an nichts so leicht wie an ihre Unbeständigkeit.

Anmaßung ist unsere eigentliche angeborene Krankheit.

Auf den Tod sinnen heißt auf Freiheit sinnen.

Ausleihen sollten wir uns an andere, hingeben aber nur an uns selbst.

Beim Abschied wird die Zuneigung zu dem, was wir schätzen, immer noch etwas wärmer.

Beim Sterben hat die Gemeinschaft nicht mitzuspielen; dieser Akt ist ein Monolog.

Besonders in einer so verderbten und törichten Zeit wie der unseren ist der Beifall der Menge eher beleidigend.

Da wenige gute Beispiele vorhanden sind, von denen ich etwas lernen könnte, ziehe ich meinen Nutzen aus den schlechten; und diese gibt es in Fülle.

Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist als in das Gesicht.

Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbemerkt einschleicht.

Das eindrucksvollste Zeichen von Weisheit ist beständige Heiterkeit.

Das Gemeinschaftsgefühl erkaltet leicht, wenn man zu regelmäßig beisammen ist.

Das heißt wirklich lieben: Jemanden beleidigen und verwunden, um ihn zu bessern.

Das Leben damit zubringen, Worte zu machen, überlasse man Journalisten.

Das Menschenauge kann von der Wirklichkeit nur erfassen, was seiner Aufnahmefähigkeit entspricht.

Das Menschenleben hat seine Gesetze, man muss sich ihnen mit freundlichem Gesicht fügen: Es ist uns bestimmt, zu altern und manchmal schwach oder krank zu werden, und zwar aller Ärztekunst zum Trotz.

Das Schicksal hat keinen Einfluss auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.

Das Schlimmste, was ich tue und denke, scheint mir nicht so hässlich, wie ich es hässlich und feig finde, wenn ich nicht den Mut habe, mich dazu zu bekennen.

Das Wichtigste ist, Lust und Liebe zur Sache zu wecken, sonst erzieht man nur gelehrte Esel.

Den wirklich gelehrten Menschen geht es wie den Kornhalmen auf dem Felde: Sie wachsen frisch auf und richten den Kopf gerade und stolz in die Luft, solange die Ähren noch leer sind. Sobald sie angeschwollen, voll Korn sind und reif werden, senken sie demütig die Häupter.

Der Junge soll seine Kraft auf die Vorbereitung, der Alte auf die Nutzung verwenden.

Der Körper kann große Lasten tragen, wenn man ihn strafft. Mit der Seele ist es ebenso.

Der Menschengeist hat keinen Halt, wenn er sich in der Unbegrenztheit gestaltloser Gedanken bewegt: Er muss sie zu bestimmten Bildern verdichten, die seiner Welt entnommen sind.

Die Achtung, die ein Mensch verdient, und sein Wert hängen ab von seinem Mut und seinem Willen: Hierin liegt seine wahre Ehre.

Die Briefe, die mir am meisten Mühe machen, taugen am wenigsten.

Die Erfahrung lehrt vielmehr, daß die Leute von gutem Gedächtnis gerne ein wenig schwach von Verstande sind.

Die Frauen haben nicht Unrecht, wenn sie sich den Vorschriften nicht fügen wollen, welche in der Welt eingeführt sind: weil die Männer sie verfasst haben, ohne die Frauen zu fragen.

Die Fürsten geben mir vollauf, wenn sie mir nichts nehmen, und tun mir Gutes genug, wenn sie mir nichts Übles tun.

Die Gewöhnung stumpft unsere Sinne ab.

Die Lüge ist ein Winkelgang, von dem man durch eine Hintertreppe zur Wahrheit gelangen kann.

Die meisten reisen nur, um wieder heimzukehren.

Die Natur hat uns frei und ungebunden in die Welt gesetzt; wir kerkern uns ein in ein kleines Stück Land.

Die Natur sollte sich damit begnügen, das Alter elend zu machen, ohne es auch noch lächerlich zu machen.

Die Natur war nur gerecht, als sie jedem von uns seinen Anteil an Verstand zuteilte. Es finden sich wenig Menschen, die mit dem ihnen zugemessenen Anteil unzufrieden sind.

Die oberste Aufgabe, zu der wir berufen sind, ist für jeden, sein eigenes Leben zu führen.

Die Philosophie ist, und zwar auch bei gescheiten Leuten, nur ein leeres Wort, das keine Beziehung zur Wirklichkeit hat.

Die Schriften der Alten, die guten Schriften von Kraft und Saft, können mich fast zu allem bewegen, wozu sie wollen, und diejenige Schrift, die ich gerade lese, scheint mir jedesmal die überzeugendste. Ich finde, daß sie alle der Reihe nach Recht haben, mögen sie sich auch oft widersprechen.

Dumme verstehen auch ihre gescheitesten Gedanken nicht.

Ein kluger Mensch sieht so viel, wie er sehen will, nicht so viel, wie er sehen kann.

Ein Verzicht auf das Wirken ist unter Umständen ebenso verdienstlich wie das Wirken selbst.

Eine gute Ehe, wenn es eine solche gibt, benötigt die Liebe nicht. Sie strebt nach der Freundschaft hin. Es ist eine süße Lebensgemeinschaft, voll Beständigkeit, Vertrauen und einer unendlichen Menge nützlicher und dauerhafter Dienstleistungen und wechselseitiger Verpflichtungen.

Es gibt allerhand nichtswürdige und eitle Spitzfindigkeiten, durch welche sich Leute zuweilen beliebt zu machen suchen.

Es gibt mehr Bücher über Bücher als über irgendeinen anderen Gegenstand. Wir machen nichts, als einander zu glossieren.

Es gibt nur wenige Dinge, die wir ganz richtig zu beurteilen vermögen, weil wir an den meisten auf die eine oder andere Art allzu persönlichen Anteil nehmen.

Es gibt wenig Menschen, die es wagen dürften, ihre geheimen Bitten und Gebete zu Gott öffentlich hören zu lassen.

Es ist ein kindlicher Ehrgeiz, dadurch besonders fein wirken zu wollen, dass man es anders macht als die anderen.

Es ist in der Tat keine Kleinigkeit, wenn man sich vor die Aufgabe gestellt sieht, andere zu beherrschen, da es schon so außerordentlich schwierig ist, sich selbst zu beherrschen.

Es ist ja unangenehm, wenn die begehrte Frau es uns allzu schwer macht, aber wenn sie es uns zu leicht macht, so ist das in Wirklichkeit noch unangenehmer.

Es ist leichter das Buch zu behalten, als das was drinnen steht.

Es ist manchmal nicht so peinlich, seines Weinbergs verlustig zu gehen, als darum zu prozessieren.

Es ist ungewiß, wo uns der Tod erwartet. Erwarten wir ihn überall!

Es ist unmöglich, einem Blindgeborenen begreiflich zu machen, dass er nicht sieht.

Es liegt etwas Knechtisches in Zwang und Strenge.



— Michel Eyquem de Montaigne (1533 - 1592) war ein französischer Jurist und Aphoristiker.


— Montaigne (lateinisch Michael Montanus) ist bekannt für die Popularisierung des Essays als literarisches Genre (Essayistik). Sein typischer Stil war die Verschmelzung von lässigen (autobiographischen) Anekdoten mit ernsthaften intellektuellen Erkenntnissen.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Michel de Montaigne" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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