Marcel Proust - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Marcel Proust" (Schriftsteller; FR)

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Das einzige, was noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es nicht anderen aufzuzwingen.

Marcel Proust (* 10. Juli 1871 in Paris; † 18. November 1922 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Sozialkritiker.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Marcel Proust Zitate (Land: FR / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Glück ist gut für den Körper, aber Kummer stärkt den Geist.

Von allen Frauen, deren Charme ich erlegen bin, habe ich hauptsächlich Augen und Stimme in Erinnerung.

All unsere endgültigen Beschlüsse werden in einem Geisteszustand gefasst, der nicht anhalten wird.

Alles Große in dieser Welt stammt von Neurotikern. Sie allein haben unsere Religionen begründet und unsere Meisterwerke geschaffen.

Aus dem Umstand, dass mittelmäßige Menschen oft arbeitsam sind und die intelligenten oft faul, kann man nicht schließen, dass Arbeit für den Geist eine bessere Disziplin sei als Faulheit.

Das Lesen liegt an der Schwelle des geistigen Lebens; es kann uns darin einführen, aber es ist nicht dieses Leben.

Das Schweigen ist eine furchtbare Waffe.

Das sich der Leser in dem, was in einem Buch gesagt ist, selbst wieder erkennt, beweist dessen Wahrheit.

Die Ausnahmen von der Regel machen den Märchenzauber des Daseins aus.

Die besten Entdeckungsreisen macht man nicht in fremden Ländern, sondern indem man die Welt mit anderen Augen betrachtet.

Die Gewohnheit ist eine zweite Natur: sie hindert uns, die Enge kennenzulernen, deren Grausamkeiten und deren Zauber sie nicht hat.

Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.

Die Liebe ist etwas ganz Persönliches. Wir lieben nicht ein wirkliches Wesen, sondern eines, das wir uns selbst erschaffen haben.

Die Wahrheit wandelt sich in uns so stark, dass die anderen Mühe haben, sich darin auszukennen.

Ein Buch ist wie ein großer Friedhof, wo man auf den meisten Grabsteinen die verwitterten Inschriften nicht mehr lesen kann.

Ein jeder nennt die Gedanken klar, die den gleichen Grad der Konfusion haben wie seine eigenen.

Einsamkeit hat den großen Vorteil, daß man die Flucht vor sich selbst einstellt.

Es gibt Leiden, von denen man die Menschen nicht heilen soll, weil sie der einzige Schutz gegen ernstere sind.

Es ist selten, daß man im Guten auseinandergeht. Denn wenn man im Guten ist, geht man nicht auseinander.

Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter.

Man ist nie so unglücklich, wie man glaubt.

Pessimisten sind die wahren Lebenskünstler, sie erleben dauernd angenehme Überraschungen.

Schweigen ist nicht nur Nicht-Sprechen, sondern bewusstes Erleben der Stille, Ausschwingung der Erregungen und Bewegungen, körperlich und innerlich.
Man sammelt sich, gewinnt Kraft und kommt wirklich zu sich selbst.

Vielleicht haben wir von allen Kindheitstagen diejenigen am intensivsten durchlebt, von denen wir glaubten, wir hätten sie nutzlos vertan:
die nämlich, die wir mit der Lektüre eines Lieblingsbuches verbrachten.

Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.

Wer nicht wirklich verliebt ist, sagt bei der Trennung die zärtlichsten Worte.

Wie so viele Intellektuelle war er unfähig, eine Sache auf einfache Art und Weise zu formulieren.

Wir bringen es zwar nicht fertig, die Dinge unseren Wünschen entsprechend zu ändern, doch ändern sich mit der Zeit unsere Wünsche.

Wir empfangen die Weisheit nicht. Wir müssen sie für uns selbst entdecken im Verlauf einer Reise, die niemand für uns unternehmen oder uns ersparen kann.

Wir Lebenden sind alle Tote, die ihr Amt noch nicht angetreten haben.

Wir sind manchmal viel zu sehr geneigt zu glauben, daß die gegenwärtigen Voraussetzungen für einen Stand der Dinge die einzig möglichen seien.

Wir werden von einer Leidenschaft nur geheilt, wenn wir sie bis zum Letzten auskosten.

Aber wir stellen uns eben die Zukunft wie einen in einen leeren Raum projizierten Reflex der Gegenwart vor, während sie oft das bereits ganz nahe Ergebnis von Ursachen ist, die uns zum größten Teil entgehen.

Da eine Idee aber nichts Materielles an sich hat, können auch Leute, die nur materiell die Umgebung eines Menschen bilden, auf die ihn beherrschende Idee keinen Einfluss nehmen.

Das Bedürfnis zu sprechen hindert nicht nur am Hören, sondern auch am Sehen.

Das Glück ist einzig heilsam für den Leib, die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Schmerz zur Entfaltung.

Das Leben selbst führt uns nach und nach, von Fall zu Fall, zu der Wahrnehmung, dass alles das, was uns für unser Herz oder für unseren Geist das Allerwichtigste ist, uns nicht durch vernunftmäßige Überlegung zuteil wird, sondern durch andere Mächte.

Das Wirken der Kausalität, das schließlich alle nur möglichen Effekte hervorbringt und infolgedessen auch die, von denen man es am wenigsten denkt, vollzieht sich oft äußerst langsam, häufig gerade infolge unserer Wünsche.

Daß man sich verliert, ist noch nicht schlimm, sondern dass man sich hinterher nicht wieder zurechtfinden kann.

Denn wenn die Erfüllung, das Glück, geringfügig nur auf Grund von Sicherheit erscheinen, so haben sie doch in sich etwas Unbeständiges, aus dem nur Kummer entstehen kann.

Denn wir sprechen von „dem Tod“, um die Dinge zu vereinfachen, aber es gibt fast ebenso viele von seiner Art, wie es Personen gibt.

Der Geist kennt keine ausweglosen Lebenssituationen.

Der Instinkt diktiert die Pflicht, der Verstand aber liefert die Vorwände, um sich ihr zu entziehen.

Der Schmerz ist ein ebenso mächtiger Umgestalter der Wirklichkeit wie der Rausch.

Die Erschaffung der Welt hat nicht ein für allemal stattgefunden, sie findet unabwendbar alle Tage wieder statt.

Die Homosexualität aber, die in Scham und Verfolgung trotz aller Hindernisse weiterbesteht, ist die einzig wahre, die einzige, der bei dem gleichen Wesen eine Verfeinerung im Geistig-Seelischen entsprechen kann.

Die Homosexuellen wären die besten Ehemänner der Welt, wenn sie nicht die Komödie spielten, die Frauen zu lieben.

Die Klassen des Geistes nehmen keinerlei Rücksicht auf die Geburt.

Die Lüge ist das wichtigste und meistverwendete Werkzeug der Selbsterhaltung.

Die Natur scheint kaum befähigt zu sein, etwas anderes als verhältnismäßig kurze Krankheiten hervorzubringen. Aber die Medizin hat die Kunst erworben, sie in die Länge zu ziehen.

Die Neurose ist eine Meisterfälscherin. Es gibt keine Krankheit, die sie nicht zu kopieren versteht.

Die Sehnsucht ist ein Verstärker des Wunsches.

Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.

Die Tage der Vergangenheit überdecken allmählich alle, die auch ihnen noch vorausgegangen sind, und werden ihrerseits wiederum unter denen begraben, welche auf sie folgen.

Die Vergangenheit entflieht nicht, sie bleibt und verharrt bewegungslos.

Die Wahrheit, die man in Worte kleidet, bahnt sich nicht unmittelbar ihren Weg und ist kein unbestreitbares, augenfälliges Phänomen. Es braucht eine ganze Weile Zeit, bis eine Wahrheit gleicher Ordnung sich in den anderen formen kann.

Die Züge unseres Gesichts sind eigentlich nichts anderes als bestimmte, durch Gewohnheit fest gewordene Gebärden.

Doch das, was wir nicht aus unmittelbarer Intuition, sondern nur durch andere erfahren, vermag unsere Seele auf keine Weise, ist einmal der Augenblick verpasst, in sich aufzunehmen.

Ein starker Gedanke teilt auch dem, der anderer Meinung ist, von seiner Kraft etwas mit.



— Valentin Louis Georges Eugene Marcel Proust (1871 - 1922), war ein französischer Schriftsteller, Kritiker und Essayist.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Marcel Proust" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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