Johann Gottfried Seume - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Johann Gottfried Seume" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Der Erde köstlichster Gewinn ist ein frohes Herz und reiner Sinn

Johann Gottfried Seume (* 29. Januar 1763 in Poserna, Kursachsen; † 13. Juni 1810 in Teplitz, Böhmen) war ein deutscher Schriftsteller und Dichter; vor allem bekannt durch seinen Spaziergang nach Syrakus.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Johann Gottfried Seume Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Privilegien aller Art sind das Grab der Freiheit und Gerechtigkeit.

Ein Glück für die Despoten, daß die eine Hälfte der Menschen nicht denkt und die andere nicht fühlt.

Aus dem heiligen Dunkel der religiösen und despotischen Mystik sieht man ebenso wenig richtig in die Welt hinaus, als man aus der Welt mit offener Geradheit in das Heiligtum hineinsieht.

Aus der freien Narrheit der Individuen kann für den Staat große Weisheit gedeihen.

Aus der Geschichte geht hervor, dass Bündnisse und Garantien meistens der erste Schritt zur Unterwerfung eines Teils, natürlich des schwächeren sind, wenn er nicht auf der Hut ist.

Aus einer Reihe von Nullen macht man leicht eine Kette.

Aus Gefälligkeit werden weit mehr Schurken als aus schlechten Grundsätzen.

Das Wort Staatskörper ist sehr passend gewählt, denn man hat bis jetzt wenig daran gedacht, auch Seele hineinzubringen.

Das Zwielicht ist der Raum des Dichters und der Kunst überhaupt. Wo die Vernunft an die Sinnlichkeit und die Sinnlichkeit an die Vernunft grenzt, ist der Mensch in seinem schönsten Spiele.

Dem Eroberer sind die Menschen Schachfiguren und eine verwüstete Provinz ein Kohlenmeiler. Mit wenigen Ausnahmen sind die großen Helden die großen Schandflecken des Menschengeschlechts.

Demut und die mit ihr verwandte Geduld sind Eselstugenden, die die Spitzköpfe den Plattköpfen gar zu gern einprägen. Demut: Mut zu dienen.

Den Ruhm soll der Weise verachten, aber nicht die Ehre. Nur selten ist Ehre, wo Ruhm ist, und fast noch seltener Ruhm, wo Ehre ist.

Der Erde Paradies und Hölle Liegt in dem Worte Weib.

Der General, welcher seinen Leuten die Plünderung verspricht, stempelt sich dadurch faktisch zum Räuberhauptmann.

Der Himmel hat uns die Erde verdorben.

Der Ruhm ist gewöhnlich das Grab der Ehre, und die Ehre selten der Weg zum Ruhm. Aber wer den Ruhm und die Macht in Beschlag nimmt, stempelt die Ehre nach Gutdünken und macht Goldmünze aus Glockenspeise.

Der Staat sollte die Wohlhabenheit aller zu befördern suchen, befördert aber nur den Reichtum der Einzelnen.

Der Staat sollte vorzüglich nur für die ärmeren sorgen, die Reichen sorgen leider nur zu sehr für sich selbst.

Der Vernünftige hat wenige Freunde, aber der Unvernünftige kann keine haben. Der Letztere hat indessen das Glück, sich besser über den Mangel derselben zu täuschen.

Der Weise fragt nicht, ob man ihn auch ehrt, Nur er allein bestimmt sich seinen Wert.

Der Witz ist die Krätze des Geistes. Er juckt sich heraus.

Des Glaubens Sonde ist der Zweifel.

Die beste Verwahrung gegen Leidenschaft aller Art ist nahe, gründliche Bekanntschaft mit dem Gegenstand.

Die Edeln und der Adel stehen gewöhnlich im Gegensatz.

Die erste Immunität war der erste Schritt zur allgemeinen Ungerechtigkeit und Sklaverei, die erste Infamie.

Die Franzosen sind von jeher die witzigste und lebendigste und geistreichste Nation gewesen, durch Verstand und Vernunft waren sie nie berühmt. In der Revolution schien die Vernunft emportauchen zu wollen, aber es blieb ein Witz.

Die Furcht und die Faulheit bringen die Menschen um alles Vernünftige.

Die gefährlichsten Feinde des Staates sind immer nur die Inhaber der Privilegien.

Die geheime Geschichte der so genannten Großen ist leider meistens ein Gewebe von Niederträchtigkeit und Schandtaten.

Die Gerechtigkeit bringt reine Ordnung, aber man möchte uns gar zu gern jede dumme Ordnung für Gerechtigkeit verkaufen.

Die Geschichte scheint mir fast zu bürgen, dass die Menschen keine Vernunft haben.

Die Hälfte der Armee und überhaupt die Hälfte der Menschen ist immer leidlich, ehrlich und gut, aber die Bosheit ist meistens energischer im Ganzen als im Einzelnen.

Die meisten Bücherschreiber verschwenden eine ungeheure Gelehrsamkeit, um nichts zu sagen.

Die meisten Leidenschaften scheuen den Tag und sind schon gefährlich genug, aber furchtbar verheerend sind die, die in der Finsternis geboren wer den und sich am Sonnenlicht nähren: Ruhmsucht und Herrschsucht.

Die meisten Menschen haben überhaupt gar keine Meinung, viel weniger eine eigene, viel weniger eine geprüfte, viel weniger vernünftige Grundsätze.

Die Philosophen mögen streiten über die Natur der Wahrheit. Für das Gute haben wir nur ein einziges haltbares Kriterium: dass es nütze, nicht zuweilen und einzeln, sondern immer und allgemein.

Die Schlechten sind tätig und verwegen, die Besseren, denn Gute kann man sie nicht nennen sind trage und furchtsam. Das erklärt den meisten Unsinn, den wir in der Welt sehen.

Die Unwissenheit ist eine Situation, die den Menschen ebenso hermetisch abschließt wie ein Gefängnis.

Die Vernunft ist immer republikanisch, aber die Menschen scheinen, wenn man die Synopse ihrer Geschichte nimmt, doch durchaus zum Despotismus geboren zu sein.

Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit.

Dies ist die wahrste aller Demokratien, die Demokratie des Todes.

Ehrenvolle, tätige Gefahr ist besser als der ruhige Schlaf eines Sklaven.

Eine gute Tat, wenn sie wirklich die Probe hält, ist besser als Million guter Worte, aber manchmal ist das Wort die Tat selbst, und dann hat es hohen Wert.

Eine Nation, die nicht den Mut und die Kraft hat, sich zur allgemeinen Gerechtigkeit und Freiheit zu erheben, ist der Raub der Nachbarn, die das, wenngleich nicht ursprünglich rein, doch in einem höheren Grade vermögen.

Einige leben vor ihrem Tode, andere nach ihrem Tode. Die meisten Menschen leben aber weder vor noch nach demselben, sie lassen sich gemächlich in die Welt herein und aus der Welt hinausvegetieren.

Es ist gleich schwach und gefährlich, die öffentliche Stimme zu viel und zu wenig zu achten.

Es ist nur noch ein Ungeheuer, welches grässlicher ist als Tyrannenunvernunft: die Volkswut, und nur die Furcht vor der letzten macht die erste erträglich, auch weiß die erste sehr künstlich mit der letzten zu schrecken und in Schranken zu halten.

Es ist oft nichts unphilosophischer als die Philosophen und nichts dümmer als die Gelehrten., dass man sich dumm lernt und närrisch philosophiert, sind ziemlich gewöhnliche Erscheinungen.

Es ist weit schwerer, die Wahrheit von seinen Freunden zu sagen, als von seinen Feinden, und es gehört vielleicht mehr reiner Mut dazu, den Fehler eines Freundes freimütig zu rügen, als dem Dolch eines Feindes entgegenzugehen.

Es kann standhafter sein, seine Meinung zu ändern, als sie beizubehalten.

Innere Furchtsamkeit führt zur Sklaverei, äußere Besorgnis erhält die Freiheit.

Jede Periode des Lebens hat ihre Leidenschaften. Das Alter, das man für die weiseste halten sollte, hat gewöhnlich die schmutzigsten.

Jeder denkt an sein Haus, niemand an das Vaterland. Aus selbstsüchtigen Hausvätern entsteht ein schlechter Staat.

Kein Mann ist so groß als sein Name, weder im Guten noch im Schlimmen.

Lasst euch nur einmal eine Offenbarung aufbürden, und man wird euch bald so viel Unsinn offenbaren, dass ihr vor Angst in der Nacht den großen Bär und am Tage die Sonne nicht finden könnt.

Leben heißt wirken und vernünftig wirken. Nach unserer Weise heißt es aber leiden und unvernünftig leiden.

Man bringt erst schlau genug die Erbsünde in den Menschen hinein, um sich ihrer nachher zur Schurkerei zu bedienen.

Man darf die meisten Dinge nur sagen, wie sie sind, um eine treffliche Satire zu machen.

Man darf nur die meisten Menschen bestimmt nötig haben, um sogleich ihre Bösartigkeit zu wecken.



— Johann Gottfried Seume (1763 - 1810) war ein deutscher Schriftsteller und Dichter.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Johann Gottfried Seume" gefunden.

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