Johann Gottfried Herder - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Johann Gottfried Herder" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.

Johann Gottfried Herder (* 25. August 1744 in Mohrungen, Ostpreußen; † 18. Dezember 1803 in Weimar), war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Johann Gottfried Herder Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.

Wer nicht läuft, gelangt nie ans Ziel.

Wer am Gipfel des Baumes Früchte sehen will, der nähre seine Wurzeln.

Gott sortiert Gebete sicherlich nicht nach Konfessionen.

Was der Frühling nicht säte, kann der Sommer nicht reifen, der Herbst nicht ernten, der Winter nicht genießen.

Alle wissen wir, dass die Echo uns nur den Schall unsrer Worte zurückgibt, dass, wie wir fragen, sie uns antworte. (Aus: Das eigene Schicksal)

Die menschliche Seele hat ihre Lebensalter wie der Körper. (Quelle: Journal meiner Reise im Jahr 1769)

Die größten Veränderungen der Welt sind von Halbwahnsinnigen bewirkt worden.

Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will.

Sprichwörter sind die Spiegel der Denkart einer Nation.

Alle Aufklärung ist nie Zweck, sondern immer Mittel; wird sie jenes, so ist’s Zeichen, dass sie aufgehört hat, dieses zu sein.

Alle zerstörenden Kräfte in der Natur müssen den erhaltenden Kräften mit der Zeit nicht nur unterliegen, sondern auch selbst zuletzt zur Ausbildung des Ganzen dienen.

Alles fließt zusammen. Alles wird Ein Ton, Ein Seufzer.

Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell.

Auch den vertrautesten Freund verschone mit deinem Geheimnis!
Forderst du Treue von ihm, die du dir selber versagst?

Auch die Angrenzung der Menschen an die Affen wünschte ich nie so weit getrieben, dass, indem man eine Leiter der Dinge sucht, man die wirklichen Sprossen und Zwischenräume verkenne, ohne die keine Leiter stattfindet.

Auf dem vergifteten Baume der Welt voll bitterer Früchte
blühn zwei Blüten, vom Tau himmlischer Güte betaut:
Dichtung die eine, sie labet den Geist mit Wasser des Lebens.
Freundschaft die andre, sie stärkt, heilt und erquicket das Herz.

Auf dich selbst schau; nicht allein trau!

Auf dieser Erde ist alles mit Bedürfnis umringt, und wir sehnen uns mit aller Kreatur, davon frei zu werden.

Aufklären heißt nicht bilden; alle Aufklärungsanstalten verfehlen nicht allein, sie vernichten den letzten Zweck aller Bildung: Menschheit und Glückseligkeit.

Aus dem Erzählen zeigt sich, ob jemand zu hören gewusst habe.

Barbaren kommen herzu, nordische Riesen, denen die entnervten Römer wie Zwerge erscheinen: Sie verwüsten Rom und geben dem ermatteten Italien neue Kräfte. Ein fürchterlich-gütiger Erweis, dass alle Ausschweifung in der Natur sich selbst räche und verzehre!

Bei euch Menschen ist der immer willkommen, der sich unentbehrlich zu machen weiß.

Bildung der Denkart, der Gesinnungen und Sitten ist die einzige Erziehung, die diesen Namen verdient, nicht Unterricht, nicht Lehre.

Bitter und süß ist der Abschiedsgruß an der Lippe des Freundes.

Das Alter ist eine schöne Krone, man findet sie nur auf dem Wege der Mäßigkeit, der Gerechtigkeit und Weisheit.

Das Menschengeschlecht, wie es jetzt ist und wahrscheinlich noch lange sein wird, hat seinem größten Teil nach keine Würde. Man darf es eher bemitleiden als verehren.

Das Schicksal ist der Nachklang, das Resultat deines eigenen Charakters.

Das wirst du finden, wenn du acht gibst, wie die Welt ist, und lange vor Machiavelli war. Die dem Recht vorstehen, sind oft die ungerechtesten; die der Religion vorstehen, häufig die Gottlosesten; die der Gelehrsamkeit vorstehen, oft die unerfahrensten; die über Geschäfte gesetzt sind, die trägsten; die die Humanität befördern sollen, die inhumansten. (Quelle: Zerstreute Blätter)

Dein Wesen ist dein Beruf. Was keiner als du tun kann und soll, das tue, so tust du recht.

Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens.

Denn das ist eben die große und gute Einrichtung der menschlichen Natur, dass in ihr alles im Keim da ist und nur auf eine Entwicklung wartet.

Denn dem Glück, geliebt zu werden gleicht kein anderes Glück auf Erden.

Der Aberglaube macht die Gottheit zum Götzen, und der Götzendiener ist umso gefährlicher, weil er ein Schwärmer ist. (Quelle: Palmblätter)

Der Barbar beherrscht; der gebildete Überwinder bildet.

Der kluge Mann sucht alles zu seinem Vorteil anzuwenden. (Quelle: Palmblätter)

Der kommt am weitesten, der anfangs selbst nicht weiß, wie weit er kommen werde, dafür aber jeden Umstand, den ihm die Zeit gewährt, nach festen Maßregeln gebraucht.

Der Liebe ist treu sein die schönste Pflicht.

Der Mensch gaffet so lange Bilder und Farben, bis er spricht, bis er, inwendig in seiner Seele, brennet.

Der Mensch hat den Vorzug, mit hohem Haupte aufgerichtet weit umherzuschauen.

Der Mensch ist des Menschen erster und vorzüglichster Lehrer.

Der Mensch ist zur Hoffnung der Unsterblichkeit gebildet.

Der Mensch soll in seinen künftigen Zustand nicht hineinschauen, sondern sich hineinglauben.

Der Mensch soll nicht vernünftiger, er soll menschlicher werden.

Der tiefste Grund unsres Daseins ist individuell, sowohl in Empfindungen als in Gedanken. (Quelle: Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele)

Der Tor schmeichelt sich selbst und der Kluge dem Toren.

Der Weise geht auf seinem Wege fort, die menschliche Vernunft aufzuklären, und zuckt nur denn die Achseln, wenn andre Narren von dieser Aufklärung als einem letzten Zwecke, als einer Ewigkeit reden.

Der Zweck unseres Daseins sei auf Bildung der Humanität gerichtet, der alle niedrigen Bedürfnisse der Erde nur dienen und selbst zu ihr führen sollen. Unsere Vernunfttätigkeit soll zur Vernunft, unsere feineren Sinne zur Kunst, unsere Triebe zur echten Freiheit und Schönheit, unsere Bewegungskräfte zur Menschenliebe gebildet werden.

Die erste und letzte Philosophie ist immer Religion gewesen. Auch die wildesten Völker haben sich darin geübt: denn kein Volk der Erde ist völlig ohne sie, so wenig als ohne menschliche Vernunftfähigkeit und Gestalt, ohne Sprache und Ehe, ohne eigene menschliche Sitten und Gebräuche gefunden worden.

Die höchste Liebe wie die höchste Kunst ist Andacht. Dem zerstreuten Gemüt erscheint die Wahrheit und die Schönheit nie.

Die Moral blühet schön in Worten und zieht ihre Ranken hie und dort hin, ja sie umschlingt jede Ritze einer Menschenseele; die Sonne geht auf und sie ist nicht mehr, der Mensch, der sie erfand, verleugnet sie selbst und kein Ort kennt ihre Stätte.

Die öffentliche Meinung ist dem Gesetz stets voraus.

Die Religion ist das Mark der Gesinnungen eines Menschen.

Die Schönheit der Welt ist nur für den ruhigen Genuss geschaffen.

Die Seele eines Kindes ist heilig, und was vor sie gebracht wird, muss wenigstens den Wert der Reinigkeit haben.

Die Sonne geht unter, damit Nacht werde und Menschen sich über eine neue Morgenröte freuen können.

Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt!
Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer.

Durch das Vergrößerungsglas betrachtet man die Vorzüge derer, die man liebt, und die Fehler derer, die man nicht liebt.

Eher schätzt man das Gute nicht, als bis man es verlor.



— Johann Gottfried von Herder (geadelt 1802; 1744 - 1803), war ein deutscher Dichter, Übersetzer und Theologe.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Johann Gottfried Herder" gefunden.

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