Heinrich von Kleist - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Heinrich von Kleist" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur den Freund.

Heinrich von Kleist (* 10. oder 18. Oktober 1777 in Frankfurt (Oder), Brandenburg, Preußen; † 21. November 1811 am Stolper Loch, heute Kleiner Wannsee, Berlin) war ein deutscher Dramatiker und Lyriker.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Heinrich von Kleist Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Am Tage sehn wir wohl die schöne Erde, doch wenn es Nacht ist, sehn wir in die Sterne.

Auf meinem Lebenswege werden mir Menschen aller Art begegnen, und jeden muss ich zu nutzen verstehen.

Bei den Küssen seines Weibes denkt ein echter Chemiker nichts, als, dass ihr Atem Stickgas und Kohlenstoffgas ist.

Bildung scheint mir das einzige Ziel, das des Bestrebens, Wahrheit der einzige Reichtum, der des Besitzes würdig ist.

Das Ersteigen der Berge, wie der Weg zur Tugend, ist besonders wegen der Aussicht, die man eben vor sich hat, beschwerlich.

Das Gefühl, im Innern schön zu sein, und das Bild, das uns der Spiegel des Bewusstseins in den Stunden der Einsamkeit zurückwirft, das sind Genüsse, die allein unsere heiße Sehn sucht nach Glück ganz stillen können.

Das Glück des Weibes ist zwar ein unerlässlicher, aber nicht der einzige Gegenstand des Mannes, ihm liegt auch das Glück seiner Landsleute am Herzen, das Glück des Mannes hingegen ist der einzige Gegenstand der Frau.

Das Glück kann nicht, wie ein mathematischer Lehrsatz, bewiesen werden, es muss empfunden werden, wenn es da sein soll.

Das Gute bedarf Zeit, es zu bilden. Das Schnellgebildete stirbt schnell dahin. Zwei Frühlingstage und die Orangenblüte ist verwelkt, aber die Eiche durchlebt ein Jahrtausend.

Das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Urprunge am höchsten. Es fließt nur fort, indem es fällt in das Meer müssen wir alle.

Das Leben ist viel wert, Wenn man’s verachtet.

Das Leben, welches wir von unsern Eltern empfingen, ist ein heiliges Unterpfand, das wir unsern Kindern wieder mitteilen sollen. Das ist ein ewiges Gesetz der Natur, auf welches sich ihre Erhaltung gründet.

Das Misstrauen ist die schwarze Sucht der Seele, Und alles, auch das Schuldlosreine, zieht Fürs kranke Aug’ die Pracht der Hölle an.

Das Wissen macht uns weder besser, noch glücklicher.

Dein Brief hat mir eine ganz außerordentliche Freude gewährt. Dich so anzuschmiegen an meine Wünsche, so innig einzugreifen in mein Interesse oh, es soll dir gewiss einst belohnt werden!

Deine Bestimmung, liebe Freundin, oder überhaupt die Bestimmung des Weibes ist wohl unzweifelhaft und unverkennbar, denn welche andere kann es sein als diese, Mutter zu werden und der Erde tugendhafte Menschen zu erziehen?

Dem Durstigen kommt es, als solchem, auf die Schale nicht an, sondern auf die Früchte, die man ihm darin bringt.

Dem einen Ruhm, dem anderen Vergessenheit, dem einen ein Zepter, dem anderen ein Wanderstab!

Denn der Mensch hat ein unwiderstehliches Bedürfnis, sich aufzuklären. Ohne Aufklärung ist er nicht viel mehr als ein Tier.

Denn die Begriffe von Glück sind so verschieden, wie die Genüsse und die Sinne, mit welchen sie genossen werden.

Denn dieser Zweck ist es, welcher der Liebe ihren höchsten Wert gibt. Edler und besser sollen wir durch die Liebe werden.

Denn festhalten müssen wir, was wir uns selbst erworben haben.

Denn nicht durch Worte, aber durch Handlungen zeigt sich wahre Treue und wahre Liebe.

Denn niemals, wohin ich mich auch, durch die Umstände gedrängt, wenden muss, wird mein Herz ein anderes Vaterland wählen als das, worin ich geboren bin.

Denn ob ich gleich das halbe Deutschland durchreiset bin, so habe ich doch im eigentlichsten Sinne nichts gesehen.

Denn wenn das Herz ein Bedürfnis hat, so ist es kalt gegen alles, was es nicht befriedigt.

Denn wo es noch andere Genüsse gibt, da teilt sich das Herz, aber wo es nichts gibt als Liebe, da öffnet sich ihr das ganze Wesen, da umfasst es ihr ganzes Glück, da werden alle ihre unendlichen Genüsse erschöpft.

Der Deutsche geht um das Ding herum, der Franzose fängt den Lichtstrahl auf, den es ihm zuwirft, und geht weiter.

Der Deutsche spricht mit Verstand, der Franzose mit Witz.

Der Mann ist nicht bloß der Mann seiner Frau, er ist auch ein Bürger des Staates, die Frau hingegen ist nichts, als die Frau ihres Mannes.

Der Postillion ist faul und langsam, ich bin fleißig und schnell. Das ist natürlich, denn er arbeitet für Geld, und ich für den Lohn der Liebe.

Der Staat fordert von uns weiter nichts, als, dass wir die Zehn Gebote nicht übertreten. Wer gebietet uns aber die Tugenden der Menschenliebe, der Duldung, der Bescheidenheit, Sittsamkeit zu üben, wenn es nicht die Vernunft tut?

Der Tugend folgt die Belohnung, dem Laster die Strafe.

Die erste Handlung der Selbstständigkeit eines Menschen ist der Entwurf eines Lebensplans.

Die Hölle gab mir meine halben Talente, der Himmel schenkt dem Menschen ein ganzes, oder gar keins.

Die Menge von Erscheinungen stört das Herz in seinen Genüssen, man gewöhnt sich endlich, in ein so vielfaches eitles Interesse einzugreifen, und verliert am Ende sein wahres aus den Augen.

Die Romane haben unsern Sinn verdorben. Denn durch die hat das Heilige aufgehört, heilig zu sein, und das reinste, menschlichste, einfältigste Glück ist zu einer bloßen Träumerei herabgewürdigt worden.

Die Seele muss tätig sein, sonst sind doch alle Erscheinungen der Natur verloren, wenn sie auch auf alle Sinne wirken.

Die Tugend hat ihren eignen Wohlstand, und wo die Sittlichkeit im Herzen herrscht, da bedarf man ihres Zeichens nicht mehr.

Die Tugend und die Liebe tragen ihrer Natur nach immer nur ein Gewand, und dürfen es ihrer Natur nach nicht wechseln.

Die Welt ist eine wunderliche Einrichtung, und die göttlichsten Wirkungen, mein Sohn, gehen aus den niedrigsten und unscheinbarsten Ursachen hervor.

Die Welt ist groß, man kann sich darin wohl vergessen.

Die Wissenschaften habe ich ganz aufgegeben. Ich kann dir nicht beschreiben, wie ekelhaft mir ein wissender Mensch ist, wenn ich ihn mit einem Handelnden vergleiche.

Diese Menschen sitzen sämtlich wie die Raupe auf einem Blatte, jeder glaubt, seines sei das Beste und um den Baum bekümmern sie sich nicht.

Dieselbe Stimme, die dem Christen zuruft, seinem Feinde zu vergeben, ruft dem Seeländer zu, ihn zu braten, und mit Andacht isst er ihn auf. Wenn die überzeugung solche Taten rechtfertigen kann, darf man ihr trauen?

Du siehst, dass ich, ob ich gleich verliebt bin, mich doch nicht planlos, in blinder Begierde über den geliebten Gegenstand hinstürze. Vielmehr gehe ich so vorsichtig zu Werke, wie es der Vernunft bei der Liebe nur immer möglich ist.

Ei der Tausend! Wie man doch die dummen Leute anfuhren kann! H

Ein Aprilmonat kann kaum so schnell mit der Witterung wechseln, als die Franzosen mit der Kleidung.

Ein freier, denkender Mensch bleibt da nicht stehen, wo der Zufall ihn hinstößt, oder wenn er bleibt, so bleibt er aus Gründen, aus Wahl des Bessern.

Ein jeder hat seine eigne Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen sein soll.

Ein Kleid, das sie heute einen Schlafrock nennen, tragen sie morgen zum Tanze, und umgekehrt.

Ein Reisender, der das Ziel seiner Reise und den Weg zu seinem Ziele kennt, hat einen Reiseplan. Was der Reiseplan dem Reisenden ist, ist der Lebensplan dem Menschen.

Ein schönes Kennzeichen eines solchen Menschen, der nach sichern Prinzipien handelt, ist Konsequenz, Zusammenhang und Einheit in seinem Betragen.

Ein Staat kennt keinen anderen Vorteil, als den er nach Prozenten berechnen kann.

Ein Talent bildet sich im Stillen, doch ein Charakter nur im Strome der Welt.

Eine Frau, die sich auf ihren Vorteil versteht, geht nicht aus dem Hause, da erst gilt sie alles, was sie kann und soll. Doch, machen Sie das mit Ihrem Gewissen aus.

Einen Lehrer gibt es, der ist vortrefflich, wenn wir ihn verstehen, es ist die Natur.

Einsamkeit in der offnen Natur, das ist der Prüfstein des Gewissens.

Erfülle deine Pflicht, und dieser Satz enthält die Lehren aller Religionen.



— Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist (1777 - 1811) war ein deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist.


— Kleist ist vor allem bekannt für das historische Ritterschauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ (1810), seine Lustspiele „Der zerbrochne Krug“ (1811) und „Amphitryon“ (1807) sowie für seine Novellen „Michael Kohlhaas“ (1810) und „Die Marquise von O“ (1808).

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Heinrich von Kleist" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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