Friedrich Schleiermacher - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Friedrich Schleiermacher" (Philosoph; DE)

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Der Mensch wird mit der religiösen Anlage geboren wie mit jeder andern, und wenn nur sein Sinn nicht gewaltsam unterdrückt wird, so müsste sie sich auch in jedem unfehlbar auf seine eigne Art entwickeln.

Friedrich Schleiermacher (* 21. November 1768 in Breslau, Schlesien; † 12. Februar 1834 in Berlin) war ein deutscher evangelischer Theologe, Altphilologe, Philosoph und Pädagoge.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Friedrich Schleiermacher Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Philosoph).

Alle wahre Geschichte hat zuerst einen religiösen Zweck gehabt und ist von religiösen Dingen ausgegangen

Alles Absichtliche ist dem Missverständnis und dem Misstrauen besonders ausgesetzt.

Alles gefühlt zu haben, das ist der Reichtum des Lebens.

Das einzige Kunstwerk, was manche Menschen darstellen, ist, dass sie an ihrer Unklugheit flicken.

Das ist des Menschen Ruhm, zu wissen, dass unendlich sein Ziel ist, und doch nie stillzustehen im Lauf. Nie werd’ ich mich alt dünken, bis ich fertig bin; und nie werd’ ich fertig sein, weil ich weiß und will, was ich soll. Bis ans Ende will ich stärker werden und lebendiger durch jedes Handeln, und liebender durch jedes Bilden an mir selbst.

Den Mut, den wir wünschen und schätzen, ist nicht der Mut, anständig zu sterben, sondern männlich zu leben.

Der Geist nährt sich nur an dem und es wächst nur das, was er verarbeitet. Was er nicht verdaut, ist ein Ballast für ihn, ist schädlich.

Der Glaube ist die unbefriedigte Sehnsucht der Vernunft nach der Phantasie.

Die Fantasie aber ist das eigentlich Individuelle und Besondere eines Jeden. (Quelle: Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre; 1803)

Die Jugend will ich dem Alter vermählen, dass auch diese habe die Fülle und durchdrungen sei von der allbelebenden Wärme. Was ist’s denn, worüber sie klagen im Alter? … Was sie klagen, ist nur, dass ihnen die Jugend fehlt. Und die Jugend? Warum fehlt sie ihnen? Weil in der Jugend ihnen das Alter gefehlt hat.

Die Kinder sollen besser werden, als die Eltern waren, und so ein jedes heranwachsende Geschlecht sein erziehendes überragen.

Die Leidenschaft kann listig sein, aber nie klug. Und das hat sie mit der Dummheit gemein.

Die Liebe geht darauf aus, aus zweien eins zu machen; die Freundschaft darauf, aus jedem zwei zu machen.

Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?

Die Trägheit ist ein Fehler, der das Gemüt so herabwürdigt, dass ich sagen darf, er habe an allem Elend und Verderben, das in der Welt angetroffen wird, einen weit größeren Anteil als alle heftigen Leidenschaften zusammen.

Die Weisheit ist diejenige Qualität, durch welche alles Handeln des Menschen einen idealen Gehalt bekommt.

Die Wohltat, die in der Gesinnung des Wohlwollens liegt, kann nur durch die Gesinnung erwidert und vergolten werden.

Diejenigen, welche ihr Glück für Talent halten, sind geneigt, ihren Mangel an Unglück für bon sens zu halten, ihre Ungeschicklichkeit für Unglück und ihr Unglück für ein Produkt ihrer Genialität.

Du sollst keine Ehe schließen, die gebrochen werden muss.

Du sollst nicht geliebt sein wollen, wo du nicht liebst.

Ein einziger freier Entschluss gehört dazu ein Mensch zu sein: wer den einmal gefasst, wird es immer bleiben; wer aufhört, es zu sein, ist es nie gewesen.

Ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schnöde Frucht von dem tollen Wahn, dass der Geist abhänge vom Körper.

Es gibt keinen schöneren Rahmen um einen großen Schmerz als eine Kette von kleinen Freuden, die man anderen bereitet.

Es ist billig, dass die Politiker Schlendriane sind, weil der größte Teil der Menschen es auch ist, und der Staat den Charakter der Masse aussprechen soll.

Es ist unmöglich, dass einer Religion habe, dabei aber unsittlich; und ebenso unmöglich ist es, dass einer sittlich sein kann ohne Religion oder wahrhaft wissenschaftlich ohne sie.

Es scheuen die Menschen, in sich selbst zu sehen, und knechtisch erzittern viele, wenn sie endlich länger nicht der Frage ausweichen können, was sie getan, was sie geworden, wer sie sind.

Es stößt die Freiheit an der Freiheit sich, und was geschieht, trägt der Beschränkung Zeichen.

Gibt es keine Menschen in eurer Nähe, die bei euch anklopfen und gern ein wenig mit euch leben möchten?

Ich weiß aus Erfahrung, dass nichts mehr bildet, als das Bilden anderer Menschen.

Ich will nicht sehen die gefürchteten Schwächen des Alters, kräftige Verachtung gelob ich mir gegen jedes Ungemach, welches das Ziel meines Daseins nicht trifft, und ewige Jugend schwör ich mir selbst.

Immer mehr zu werden, was ich bin, das ist mein einziger Wille. (Quelle: Monologe, IV. Aussicht; 1800)

In sieben Sprachen schweigen.

Je mehr wir unsere Kinder lieben, desto weniger kann uns das genügen, dass sie in unsere Fußstapfen treten; sondern die Kinder sollten besser werden, als die Eltern waren, und so ein jedes heranwachsende Geschlecht sein erziehendes übertragen zu seiner Zeit.

Jetzt schon sei im starken Gemüte des Alters Kraft, dass sie dir erhalte die Jugend, damit später die Jugend dich schütze gegen des Alters Schwäche.

Keine Bildung ohne Liebe, und ohne eigne Bildung keine Vollendung in der Liebe; eins das andere ergänzend - beides unzertrennlich fort.

Kinder erfrischen das Leben und erfreuen das Herz.

Lasse dir keine Grenzen setzen in deiner Liebe, nicht Maß, nicht Art, nicht Dauer! Ist sie doch dein Eigentum: Wer kann sie fordern? Ist doch ihr Gesetz bloß in dir: wer hat dort zu gebieten?

Lasse dir nicht bange machen, was wohl daraus werden möchte, wenn du jetzt dies begännest oder jenes! Immer wird nichts als du, denn was du wollen kannst, gehört auch in dein Leben.

Lieben - das heißt Seele werden wollen in einem anderen.

Liebenswürdig ist, wer liebt, das heißt, wer überall im Endlichen das Unendliche findet. Groß, wer das Endliche um des Unendlichen willen wegwirft. Vollendet, wer beides vereinigt.

Man darf um keinen Preis die Gegenwart der Kinder irgendeiner Zukunft opfern.

Man kann nicht jeden Tag etwas Großes tun, aber etwas Gutes.

Man kann von Aristoteles sagen, dass er den Wald vor Bäumen nicht sieht – das Allgemeine nicht vor dem Besonderen, das Innere nicht vor dem Äußeren. So wenigstens sind die Bücher anima. So ist der der Anfang des Verderbens in der Philosophie.

Merke auf den Sabbat deines Herzens, dass du ihn feierst, und wenn sie dich halten, so mache dich frei oder gehe zugrunde!

Mitten in der Endlichkeit eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Religion.

Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.

Nicht von Gottes Strenge kommt es, wenn er viel verlangt vom Menschen, es kommt von seiner großen Milde: weil er will, dass die Seele sich weiter mache, auf dass sie recht viel zu empfangen und er ihr recht viel zu geben vermöge!

Nur was ich selbst hervorgebracht und immer wieder aufs Neue mir erwerbe, ist für mich Besitz.

O wüssten doch die Menschen die Götterkraft der Phantasie zu brauchen, sie, die allein den Geist ins Freie stellt, ihn über jede Gewalt und jede Beschränkung weit hinausträgt!

Pantheismus ist die heimliche Religion der Deutschen.

Praxis ist Kunst, Spekulation ist Wissenschaft, Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche.

Religion ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.

Schäme dich, fremder Meinung zu sein, in dem, was das Heiligste ist.

Selbstliebe ist insofern sittlich, als sie alle andere Liebe in sich einschließt.

Sinnen Sie immer auf ein Geschenk für mich? Sind das nicht die schönsten und die einzig wahren Geschenke, deren man nicht bedarf?

So lange du noch deine inneren Zustände von äußeren Lagen und Umständen ableitest und also auch von diesen Hilfe erwartest, bist du noch nicht auf dem rechten Punkt; denn so lange wünschest du und willst nicht.

So wie viele sagen: "das verstehe ich nicht, also taugt es nichts", so sagen andere: "der versteht mich nicht, also taugt er nicht." Was ist wohl anmaßender?

Sobald man die Gesellschaft nur als Mittel für den Egoismus braucht, muss alles schief und schlecht werden.

Soll der Knoten der Geschichte so auseinander gehen? Das Christentum mit der Barbarei, und die Wissenschaft mit dem Unglauben?



— Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768 - 1834) war ein deutscher evangelischer Theologe, Altphilologe, Philosoph, Publizist, Staatstheoretiker, Kirchenpolitiker und Pädagoge.


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