Friedrich Schlegel - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Friedrich Schlegel" (Philosoph; DE)

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Tugend ist zur Energie gewordene Vernunft.

Friedrich Schlegel (* 10. März 1772 in Hannover; † 12. Januar 1829 in Dresden) war ein deutscher Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literatur- und Kunstkritiker, Historiker und Altphilologe.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Friedrich Schlegel Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Philosoph).

Anschauen können wir uns nicht, das Ich verschwindet uns dabei immer. Denken können wir uns aber freilich. Wir erscheinen uns dann zu unserm Erstaunen unendlich, da wir uns doch im gewöhnlichen Leben so durchaus endlich fühlen.

Das Bewusstsein der notwendigen Grenzen ist das Unentbehrlichste und das Seltenste in der Freundschaft.

Das Erste in der Liebe ist der Sinn füreinander, und das Höchste der Glauben aneinander.

Das Feuer der Liebe ist durchaus unverlöschlich, und noch unter der tiefsten Asche glühen Funken.

Das Geliebte zu vergöttern, ist die Natur des Liebenden.

Das Universum kann man weder erklären noch begreifen, nur anschauen und offenbaren.

Das Wort Tugend kommt von Taugen her, es war in den ältesten Zeiten gleichbedeutend mit Tapferkeit als der Tüchtigkeit des Mannes.

Der älteste Gegenstand der christlichen Malerei mag wohl derjenige sein, der niemals ganz erschöpft werden wird, noch auch jemals ganz erreicht werden kann: die Mutter Gottes mit dem Kinde.

Der Begriff der Nation bezeichnet, dass alle Mitglieder gleichsam nur ein Individuum bilden sollen.

Der eigne Sinn, die eigne Kraft und der eigne Wille eines Menschen ist das Menschlichste, das Ursprünglichste, das Heiligste an ihm.

Der erste und der letzte Wille ist immer der beste.

Der Glaube an unsere Kraft kann sie ins Unendliche verstärken.

Der Historiker ist ein rückwärts gekehrter Prophet.

Der Kern, das Zentrum der Poesie ist in der Mythologie zu finden und in den Mysterien der Alten.

Der Künstler, der nicht sein ganzes Selbst preisgibt, ist ein unnützer Knecht.

Der Maler soll ein Dichter sein, das ist keine Frage, aber nicht eben ein Dichter in Worten, sondern in Farben.

Der wahre Geistliche fühlt immer etwas Höheres als Mitgefühl.

Die Begeisterung ist die Mutter des Ideals, und der Begriff sein Vater.

Die Frauen müssen wohl prüde bleiben, solange Männer sentimental, dumm und schlecht genug sind, ewige Unschuld und Mangel an Bildung von ihnen zu fordern.

Die Frauen werden in der Poesie ebenso ungerecht behandelt wie im Leben.

Die Freude ist an sich gut, und auch die sinnlichste enthält einen unmittelbaren Genuss höheren menschlichen Daseins.

Die Freude und die Schönheit ist kein Privilegium der Gelehrten, der Adeligen und der Reichen, sie ist ein heiliges Eigentum der Menschheit.

Die Gesellschaft ist ein Chaos, das nur durch Witz zu bilden und in Harmonie zu bringen ist.

Die gesunde Wissbegierde wünscht ihren Gegenstand ganz zu fassen, bis in sein Innerstes zu durchdringen und zu zerbeißen.

Man kann nur Philosoph werden, nicht es sein; so bald man es zu sein glaubt, hört man auf es zu werden.

Die lebendige Einheit des Menschen kann keine starre Unveränderlichkeit sein, sie besteht im freundschaftlichen Wechsel.

Die Liebe ist nicht bloß das stille Verlangen nach dem Unendlichen, sie ist auch der heilige Genuss einer schönen Gegenwart. Sie ist nicht bloß eine Mischung, ein übergang vom Sterblichen zum Unsterblichen, sondern sie ist eine völlige Einheit beider

Die männliche Ungeschicklichkeit ist ein mannigfaltiges Wesen und reich an Blüten und Früchten jeder Art.

Die Musik, wo sie mit Würde getrieben wird, hat einzig zum Zweck, die Erinnerung an die unendliche Einheit zu erregen.

Die Natur allein ist die wahre Priesterin der Freude, nur sie versteht es, ein hochzeitliches Band zu knüpfen. Nicht durch eitle Worte ohne Segen, sondern durch frische Blüten und lebendige Früchte aus der Fälle ihrer Kraft.

Die Natur selbst will den ewigen Kreislauf immer neuer Versuche, und sie will auch, dass jeder Einzelne in sich vollendet einzig und neu sei, ein treues Abbild der höchsten unteilbaren Individualität.

Die Naturbestimmung des Menschen ist Rückkehr in die verlorene Freiheit. Die Stufe, auf der er steht, ist die der wiedererwachten Sehnsucht nach dem unendlichen göttlichen Leben.

Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.

Die Romane sind die sokratischen Dialoge unserer Zeit. In diese liberale Form hat sich die Lebensweisheit vor der Schulweisheit geflüchtet.

Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie.

Die Vernunft ist nur eine und in allen dieselbe: Wie aber jeder Mensch seine eigne Natur hat und seine eigne Liebe, so trägt auch jeder seine eigne Poesie in sich.

Die wahre Mitte ist nur die, zu der man immer wieder zurückkehrt von den exzentrischen Bahnen der Begeisterung und der Energie, nicht die, welche man nie verlässt.

Die Weiblichkeit soll wie die Männlichkeit zur höheren Menschlichkeit gereinigt werden.

Dieser Augenblick, der Kuss des Amor und der Psyche, ist die Rose des Lebens.

Dieser Glaube an uns selbst und der Zweifel am Ding sind die beiden ersten Grundfäden der Philosophie.

Durch die Künstler wird die Menschheit ein Individuum, indem sie Vorwelt und Nachwelt in der Gegenwart verknüpfen.

Ein Fragment muss gleich einem kleinen Kunstwerke von der umgebenden Welt ganz abgesondert und in sich selbst vollendet sein wie ein Igel.

Ein Geistlicher ist, wer nur im Unsichtbaren lebt, für wen alles Sichtbare nur die Wahrheit einer Allegorie hat.

Ein Künstler ist, wer sein Zentrum in sich selbst hat.

Ein Mann, der das innere Verlangen seiner Geliebten nicht ganz stillen und befriedigen kann, versteht es gar nicht zu sein, was er doch ist und sein soll. Er ist eigentlich unvermögend und kann keine gültige Ehe schließen.

Eine große Zukunft winkt mich eilends weiter ins Unermessliche hinaus, jede Idee öffnet ihren Schoß und entfaltet sich in unzählige neue Geburten.

Es gibt keine Selbstkenntnis als die historische.

Es ist alles in der Liebe: Freundschaft, schöner Umgang, Sinnlichkeit und auch Leidenschaft, und es muss alles darin sein und eins das andere verstärken und lindern, beleben und erhöhen.

Es ist sonderbar, dass der Mensch sich nicht vor sich selbst fürchtet.

Es ist Zeit, den Schleier der Isis zu zerreißen und das Geheime zu offenbaren. Wer den Anblick der Göttin nicht ertragen kann, fliehe oder verderbe.

Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.

In der Tat, man sollte das Studium des Müßiggangs nicht so sträflich vernachlässigen, sondern es zur Kunst und Wissenschaft, ja zur Religion bilden!

In einem Augenblick ist die Liebe da, ganz und ewig oder gar nicht.

Ironie ist die Form des Paradoxen. Paradox ist alles, was zugleich gut und groß ist.

Ironie ist klares Bewusstsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos.

Ist es die Bestimmung des Autors, die Poesie und die Philosophie unter den Menschen zu verbreiten und fürs Leben und aus dem Leben zu bilden: so ist Popularität seine erste Pflicht und sein höchstes Ziel.

Ist jeder endliche Geist nur Ausfluss aus dem Unendlichen: dann ist auch notwendig das, was in jedem endlichen Geist das Höchste ist, abgeleitet aus dem Unendlichen, ist göttlichen Ursprungs.

Je göttlicher ein Mensch oder ein Werk des Menschen ist, je ähnlicher werden sie der Pflanze, diese ist unter allen Formen der Natur die sittlichste und die schönste.

Je schöner das Klima ist, je passiver ist man. Nur Italiener wissen zu gehen, und nur die im Orient verstehen zu liegen, wo hat sich aber der Geist zarter und süßer gebildet als in Indien?



— Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel (1772 - 1829) war ein deutscher Dichter, Kritiker, Philosoph, Historiker und Altphilologe.


— Zusammen mit seinem älteren Bruder August Wilhelm Schlegel (der sich von ihm 1828 öffentlich distanzierte) war er eine der Hauptfiguren der „Jenaer Frühromantik“. Er war ein eifriger Förderer der romantischen Bewegung und inspirierte Samuel Taylor Coleridge, Adam Mickiewicz, Leopold von Ranke und Kazimierz Brodziński.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Friedrich Schlegel" gefunden.

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