Friedrich Rückert - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Friedrich Rückert" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die im Irrtum verharren, das sind die Narren.

Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses) war ein deutscher Dichter, Sprachgelehrter und Übersetzer.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Friedrich Rückert Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Am Abend wird man klug, für den vergangnen Tag.
Doch nicht klug genug, für den der kommen mag.

Allein ist besser als mit Schlechtem im Verein.
Mit Guten im Verein ist besser als allein.

Am besten machst du gleich
dein Ding am Anfang recht;
Nachbesserung macht oft
Halbgutes völlig schlecht.

Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit;
Doch wer am Anfang ist zufrieden, kommt nicht weit.

Am Ende sieht’s ein Tor, ein Klügrer in der Mitte,
und nur der Weise sieht das Ziel beim ersten Schritte.

An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen,
nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.

Anfang und Ende sind wohl unter sich verwandt,
Doch ist der Anfang blind, das Ende hat’s erkannt.

Arbeitsam willst du sein,
doch nicht Erholung missen,
Und beides möchtest du
recht auszugleichen wissen.
Lass dir empfehlen,
was Erfahrung mir empfohlen:
Von einer Arbeit
dient die andre zum Erholen.

Auf Künft’ges zähle nicht und zähl’ nicht auf Versprochenes;
klag um Verlornes nicht und denk nicht an Zerbrochnes.

Aufmerksamkeit, mein Sohn, ist, was ich dir empfehle;
bei dem, wobei du bist, zu sein mit ganzer Seele.

Aus Eigennutz entspringt die Dankbarkeit der meisten für einen Dienst, den ihr geleistet oder leistet.

Bei Unverträglichkeit gedeiht kein Feu’r im Haus:
Der eine bläst es an, der andre bläst es aus.

Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.

Das Hündlein wedelt, dir sein Futter abzuschmeicheln.
Den edlen Hengst, damit er’s annimmt, musst du streicheln.

Das ist gewiß! Die Magd, wo sie wird Frau im Haus,
die schicket ihre Mägd’ im ärgsten Regen aus.

Das kleine Pfefferkorn sieh für gering nicht an,
versuch es nur und sieh, wie scharf es beißen kann!

Das Mittelmaß ist gut dem Alter wie der Jugend,
nur Mittelmäßigkeit allein ist keine Tugend.

Das Weib kann aus dem Haus mehr in der Schürze tragen,
als je einfahren kann der Mann im Erntewagen.

Das Wissen ist ein Quell, der unversieglich quillt,
den nie der Durst erschöpft und der den Durst nie stillt.

Daß sie die Perle trägt, das macht die Muschel krank.
Dem Himmel sag’ für Schmerz, der dich veredelt, Dank!

Dazu sind eben Wünsch’ und Träume dir verliehen,
um alles, was dir fehlt, in deinen Kreis zu ziehen.

Dein Vergangenes ist ein Traum
Und dein Künftiges ist ein Wind.
Hasche den Augenblick, der ist
Zwischen den beiden, die nicht sind.

Dein wahrer Freund ist nicht, wer dir den Spiegel hält
der Schmeichelei, worin dein Bild dir selbst gefällt.
Dein wahrer Freund ist, wer dich sehn lässt deine Flecken
und sie dir tilgen hilft, eh’ Feinde sie entdecken.

Dem Müßiggänger fehlt es stets an Zeit zum Tun
und nie an einem Grund, warum er’s lasse ruhn.

Der Adler fliegt allein,
der Rabe scharenweise.
Gesellschaft braucht der Tor
und Einsamkeit der Weise.

Der Erfolg ist offenbar, die Absicht aber ist niemals klar. Drum wird man alle Menschengeschichten ewig nach dem Erfolge richten.

Der Himmel ist nur da, die Erde zu ergänzen.

Der Lehrer strebe nur, sich selber zu entfalten,
der Schüler lerne nur, sein Eignes zu gestalten.

Der Mann ist töricht,
der die Menge der Freunde zählt.
Ein Bündel Röhricht
hilft dir nicht, wo ein Stab dir fehlt.

Der Mann, der erst ein Schelm geworden, wird nie bieder.
Aus Wein wird Essig leicht, nie Wein aus Essig wieder.

Der Prüfstein trügt dich nie: Gut ist, was wohl dir tut,
und das ist schlimm, o Herz, wobei dir schlimm zumut.

Der Scherz ist ein Versuch, Ungleichheit gleichzustellen.
Drum scherzen ungestraft nur unter sich Gesellen.
Mit Kleinerm scherze nicht, er wird sich überheben,
und nicht mit Größerem, er wird dir’s nicht vergeben!

Der Teufel hat die Welt verlassen, weil er weiß, die Menschen machen selbst die Höll’ einander heiß.

Der Wetzstein schneidet nicht, doch macht er scharf das Messer.
Durch einen schlechten Mann wird oft ein guter besser.

Die Freude kennst du nicht, wenn du nur Freuden kennest.
Dir fehlt das ganze Licht, wenn du’s in Strahlen trennest.

Die Rach’ ist eine Lust, die währt wohl einen Tag,
die Großmut ein Gefühl, das ewig freun Dich mag.

Die Rose stand im Tau,
es waren Perlen grau,
als Sonne sie beschienen,
wurden sie zu Rubinen.

Die Schmeichler sind gefährlicher als Raben:
Die pflegen Toten nur die Augen auszugraben,
indes der Schmeichler sie dem Lebenden entwendet
und den Scharfsichtigsten mit falschen Künsten blendet.

Die Seele vom Genuss,
o Freund, ist dessen Kürze.
Die Furcht des Todes ist
des Lebens scharfe Würze.
Ein Tor klagt überm Schmaus,
daß er so früh sei aus.
Ein Weiser ißt sich satt
und geht vergnügt nach Haus.

Die Selbsthochachtung wird zur Selbstverachtung treiben,
wie endlich Asche wird vom Feuer übrigbleiben.
Ein Göttliches, o Mensch, musst du in dir erkennen;
doch musst du’s nicht dein Selbst, du selbst musst sein dich nennen.

Die Strafe macht dich frei von dem Gefühl der Schuld;
drum straft dich, Kind, nicht Zorn des Vaters sondern Huld.

Die Wahrheit ist im Wein, das heißt: in unseren Tagen muss einer betrunken sein, um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen.

Drei Menschen auf einmal verdirbt Verleumdungsgift: Den, der sie spricht, den, der sie hört, den, so sie trifft.

Du entgehst nicht dem Verhängnis!
Diesen Glauben hast du, merke,
nicht daß er dich in Bedrängnis
mutlos mache, sondern stärke.

Du hättest gern zugleich den Himmel und die Erde.
Ich fürchte, daß dir so von beiden keines werde.

Du klagest, daß die Welt so unvollkommen ist,
und fragst warum? Weil du so unvollkommen bist.

Du sprichst: Mich reizet Obst nicht mehr. O, laß doch schauen!
Du hast gewiß den Zahn nicht mehr zum Apfelkauen.

Durch Schaden wird man klug!
sagen alle klugen Leute.
Schaden litt ich genug,
doch bin ich ein Tor noch heute.

Ein Ärgernis ist nur, wo man es nimmt, gegeben;
Dir Vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.

Ein Hund, der sich regt,
jagt mehr als ein Löwe, der sich legt.

Ein jeder Tag ist für den Geist ein Erntetag.

Ein Knabe lernt nur von geliebten Lehrern gerne.
Du aber sei ein Mann, auch von verhassten lerne!

Ein leicht erwärmter Freund wird leicht erkältet sein.

Ein Säugling ist der Geist, Natur ist seine Amme.
Sie nährt ihn, bis er fühlt, daß er von ihr nicht stamme.

Ein Vater soll zu Gott an jedem Tage beten:
Herr, lehre mich dein Amt beim Kinde recht vertreten!

Erfahren muss man stets, Erfahrung wird nie enden,
und endlich fehlt die Zeit, Erfahrenes anzuwenden.

Erfahren ward seit tausend Jahren,
doch du verfolgst umsonst die Spur.
Dir passt nicht, was für dich ein anderer erfuhr,
du musst es wieder für dich selbst erfahren.

Frage nicht, was das Geschick
Morgen will beschließen;
Unser ist der Augenblick,
Lass uns den genießen!

Füge Dich der Zeit, erfülle Deinen Platz
und räum ihn auch getrost: Es fehlt nicht an Ersatz.



— Friedrich Johann Michael Rückert (1788 - 1866) war ein deutscher Sprachgelehrter sowie und einer der Begründer Orientalistik.


— Rückert (Pseudonym Freimund Raimar, Reimar oder Reimer) beherrschte dreißig Sprachen und machte sich vor allem als Übersetzer orientalischer Poesie und als Gedichtschreiber im Geiste orientalischer Meister einen Namen. Er gilt Sprachgenie und als einer der Begründer der deutschen Orientalistik.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Friedrich Rückert" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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