François de La Rochefoucauld - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "François de La Rochefoucauld" (Schriftsteller; FR)

— Beliebtes Zitat:

Das Glück bringt so einige Fehler in Ordnung, die selbst der Verstand nicht zu korrigieren wüsste.

François de La Rochefoucauld (* 15. September 1613 in Paris; † 17. März 1680 ebenda) war ein zeitweise politisch aktiver französischer Adeliger und Militär, der jedoch vor allem als Literat in die Geschichte eingegangen ist.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten François de La Rochefoucauld Zitate (Land: FR / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Es ist die gleiche Festigkeit, mit der wir der Liebe zu widerstehen vermögen und durch welche diese erstarkt und dauert; daher sind schwache Menschen, die immer von Leidenschaften getrieben werden, fast niemals wirklich von ihnen erfüllt.

Vollendete Tapferkeit besteht darin, ohne Zeugen zu tun, was man vor aller Welt tun möchte.

Wir lieben immer die, welche uns bewundern, aber nicht immer die, welche wir bewundern. (Quelle: Betrachtungen)

Wir sprechen fast nur denen gesunden Menschenverstand zu, die unserer Meinung sind.

Wir vergessen unsere Fehler leicht, wenn sie nur uns bekannt sind.

Man weist ein Lob zurück in dem Wunsch, nochmals gelobt zu werden.

Man kann schlauer sein als ein anderer, aber nicht schlauer als alle anderen.

Liebe und Klugheit sind nicht füreinander gemacht: Wächst die Liebe, so schwindet die Klugheit.

Es ist beschämender, seinen Freunden zu misstrauen, als von ihnen getäuscht zu werden.

Das beste Mittel, um getäuscht zu werden, ist, sich für schlauer zu halten als die anderen.

Oft verliert man sich nur deshalb nicht in einem Laster, weil man mehrere hat.

Mit nichts ist man freigebieger als mit gutem Rat.

Wenn wir unseren Leidenschaften widerstehen, danken wir es mehr ihrer Schwäche als unserer Stärke.

Mit der wahren Liebe ist's wie mit den Geistererscheinungen: alle Welt spricht darüber, aber wenige haben etwas davon gesehen.

Heuchelei ist eine Huldigung, welche das Laster der Tugend darbringt.

In der Freundschaft wie in der Liebe ist man oft glücklicher durch das, was man nicht weiß, als durch das, was man weiß.

Warum können wir uns an die kleinste Einzelheit eines Erlebnisses erinnern, aber nicht daran, wie oft wir es ein und derselben Person erzählt haben?

An seinen Vorfahren kann man nichts ändern, aber man kann mitbestimmen, was aus den Nachkommen wird.

Der Egoismus spricht alle Sprachen und spielt alle Rollen, sogar die der Selbstlosigkeit.

Der Wunsch klug und tüchtig zu erscheinen, hindert uns oft, es zu werden.

Die meisten Fehler, die man hat, sind verzeihlicher, als die Mittel, die man anwendet, um sie zu verbergen.

Die Mittelmäßigkeit pflegt alles zu verurteilen, was ihren Horizont übersteigt.

Die Philosophen verdammen den Reichtum nur, weil wir ihn schlecht gebrauchen.

Die wahre Beredsamkeit besteht darin, das zu sagen, was zur Sache gehört, und eben nur das.

Es gibt naive Menschen, die sich erkennen und ihre Naivität geschickt zu benutzen verstehen.

Es ist schwerer, Gefühle die man hat, zu verbergen, als solche, die man nicht hat, zu heucheln.

Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand.

Kleine Fehler geben wir gern zu, um den Eindruck zu erwecken, wir hätten keine großen.

Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in dieser Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.

Stolz will nicht schulden, Eigennutz nicht zahlen.

Wenn die Laster uns verlassen, schmeicheln wir uns mit dem Wahn, wir hätten sie verlassen.

Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.

Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr.

Wir sind so gewöhnt, uns vor anderen zu verstellen, dass wir es zuletzt auch vor uns selber tun.

Wir werden eher durch das Schicksal als durch unsere Vernunft gebessert.

Wenn Schönheit schön sein will, wandelt sie sich in Hässlichkeit.
Wenn Güte als gut gelten will, wird sie zu Ungutem.
So nah sind Sein und Nichtsein.

Das Glück heilt uns von mehr Fehlern, als die Vernunft es vermag.

Der Prunk der Begräbnisse dient mehr der Eitelkeit der Lebenden als der Ehrung der Toten.

Der Stolz ist bei allen Menschen gleich. Verschieden sind nur die Mittel und die Art, ihn an den Tag zu legen

Die Dankbarkeit ist bei den meisten Menschen nur ein geheimes Verlangen, noch größere Wohltaten zu empfangen.

Die Eifersucht wächst, solange man zweifelt; sie wird zur Raserei oder hört auf sobald man vom Zweifel zur Gewissheit kommt.

Die einzigen guten Kopien sind jene, die uns die Lächerlichkeit schlechter Originale erkennen lassen.

Die glücklichsten Liebschaften basieren auf gegenseitigem Missverständnis.

Die Hoffnung, so trügerisch sie ist, dient wenigstens dazu, uns auf angenehmem Weg an das Ende des Lebens zu führen.

Die Jugend wechselt ihre Neigungen aus Lebenslust, das Alter bewahrt sie aus Gewohnheit.

Die Mehrzahl der anständigen Frauen sind verborgene Schätze, die nur deshalb sicher sind, weil sie niemand sucht.

Die Torheit begleitet uns in allen Lebensperioden. Wenn einer weise scheint, liegt es daran dass seine Torheiten seinem Alter und seinen Kräften angemessen sind.

Die Tugend würde nicht so weit gehen, wenn die Eitelkeit ihr nicht Gesellschaft leisten würde.

Die Welt belohnt öfter den Schein von Verdienst als den Verdienst selbst.

Ehe man sehnsüchtig etwas wünscht, sollte man das Glück dessen prüfen, der es besitzt.

Ein gewisses Übermaß von Glück und Unglück übersteigt unser Empfindungsvermögen.

Einer der Gründe, warum man in der Konversation so selten verständige und angenehme Partner findet, ist, dass es kaum jemanden gibt, der nicht lieber an das dächte, was er sagen will, als genau auf das zu antworten, was man zu ihm sagt.

Es beweist große Klugheit, seine Klugheit zu verbergen.

Es gibt nur eine Liebe, aber tausend verschiedene Nachahmungen.

Es gibt wenig an sich unmögliche Dinge, und es fehlt uns weniger an Mitteln zu ihrer Verwirklichung als an Ausdauer.

Es gibt zweierlei Arten von Neugier: die eine aus Eigennutz, die uns antreibt zu erfahren, was uns nützen kann; die andere aus Stolz, die dem Trieb entspringt, zu wissen, was andere nicht wissen.

Es ist leichter, für andere weise zu sein als für sich selbst.

Es ist sehr viel leichter, einen ersten Wunsch zu unterdrücken als sich die Wünsche zu erfüllen, die der erste nach sich zieht.

Es liegt nicht weniger Beredsamkeit im Ton der Stimme, in Auge und Blick als in der Wahl der Worte.



— François VI. de La Rochefoucauld (1613 - 1680) war ein Autor und Aphoristiker.


— Bevor Rochefoucauld nach dem Tod seines Vaters 1650 den Herzogstitel erbte, trug er den Title „Prince de Marcillac“. Im Alter von 15 Jahren wurde er standesgemäß mit Andrée de Vivonne verheiratet (das Paar hatte 8 Kinder). Bereits 4 Jahre später zog er sich den Unwillen Richelieus, und später auch des Kardinals Mazarin. Er wurde auf seine Güter verbannt. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Konflikte (Stichwort: Fronde) mit der Krone, und Rochefoucauld floh schließlich 1652 ins österreichische Luxemburg. Ein Jahr später machte er doch seinen Frieden mit Mazarin und dem jungen Ludwig XIV, und kehrte nach Paris zurück.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "François de La Rochefoucauld" gefunden.

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