Fernando Pessoa - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Fernando Pessoa" (Schriftsteller; PT)

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Alles auf der Tafel von einem Tag zum anderen auslöschen, neu sein mit jedem anbrechenden Morgen, in einem ständigen Wiederaufleben unserer emotionalen Jungfräulichkeit, das, allein das lohnt die Mühe, zu sein oder zu haben, um zu sein oder zu haben, was wir auf unvollkommene Weise sind.

Fernando Pessoa (* 13. Juni 1888 in Lissabon; † 30. November 1935 ebenda) war ein portugiesischer Dichter und Geisteswissenschaftler.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Fernando Pessoa Zitate (Land: PT / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Alles gehört den anderen, bis auf meinen Kummer, nichts von alldem zu haben.

Besitzen heißt verlieren.

Besitzen wir irgendetwas? Wenn wir nicht wissen, was wir sind, wie wissen wir dann, was wir besitzen?

Da wir dem Leben keine Schönheit abzuringen vermögen, sollten wir zumindest versuchen, unserem Unvermögen Schönheit abzuringen.

Das gesamte Leben der menschlichen Seele ist eine Bewegung im Schatten. Wir leben in einem Zwielicht des Bewusstseins, uns nie dessen sicher, was wir sind, oder dessen, was wir zu sein glauben.

Das große Los des Lebens fällt nur denen zu, die es auf gut Glück kaufen.

Das Landleben lockt sogar diejenigen, die sich nichts aus ihm machen.

Das Leben ist eine unfreiwillige Reise, ein Experiment.
Eine Reise des Geistes durch die Materie, und da der Geist der Reisende ist, reist man im Geiste.
Auf diese Weise hat so manche Seele in der Kontemplation intensiver, extensiver und stürmischer gelebt als andere in der äußeren Welt.

Das Leben wäre unerträglich, wenn wir uns seiner bewusst würden.

Der Drang zu begreifen, der für so viele edle Seelen den Drang zur Tat ersetzt, gehört in die Sphäre des Empfindungsvermögens.
Energie durch Verstandeskraft ersetzen, die Verbindung zwischen Wille und Gefühl unterbrechen, allen Gesten des materiellen Lebens das Interesse nehmen, dies ist, sofern man es vermag, mehr wert als das Leben, das so schwer ganz zu besitzen ist und so traurig, wenn wir es nur zum Teil besitzen.

Der Überdruss ist nicht die Langeweile des Nichts-zu-tun-Habens, sondern die ärgere Krankheit, zu fühlen, dass es sich nicht lohnt, irgendetwas zu tun.

Der Wert der Dinge liegt nicht in der Zeit, die sie andauern, sondern in der Intensität, mit der sie geschehen. Deshalb gibt es unvergessliche Momente und einzigartige Menschen!

Die beste Vorbedingung für die Praxis des Lebens ist die Triebkraft, die zum Handeln führt, das heißt der Wille.

Die Freiheit spürt nicht, wer nie unter Zwang gelebt hat.

Die Gefühle, die am meisten schmerzen, die Gefühlswallungen, die am meisten quälen, sind diejenigen, die ganz absurd sind: Verlangen nach unmöglichen Dingen, eben weil sie unmöglich sind, Sehnsucht nach dem, was nie gewesen ist, Wunsch nach dem, was gewesen sein könnte, Kummer darüber, nicht ein anderer zu sein, Unzufriedenheit mit der Existenz der Welt.

Alle diese Halbtöne des seelischen Bewusstseins schaffen in uns eine schmerzerfüllte Landschaft, einen ewigen Sonnenuntergang.

Die Kunst des Träumens ist schwer, denn sie ist eine Kunst der Passivität, in der wir unser Bemühen darauf konzentrieren, uns nicht zu bemühen.

Die Literatur ist die angenehmste Art und Weise, das Leben zu ignorieren.

Die Literatur, wie letztlich jede Form von Kunst, ist das Eingeständnis, dass das Leben nicht ausreicht.

Die Welt gehört demjenigen, der nicht fühlt.

Diese ganze Landschaft ist nirgendwo.

Ein wahrhaft sensibler und vernünftiger Mensch versucht naturgemäß, wenn ihn Übel und Ungerechtigkeit der Welt bekümmern, zunächst dort gegen sie anzugehen, wo sie am deutlichsten zutage treten, nämlich bei sich selbst.
Und damit wird er sein Leben lang beschäftigt sein.

Einen Mann der Tat erkennt man daran, das er nie schlecht gelaunt ist.

Erfolg ist erfolgreich sein, nicht die Voraussetzungen für den Erfolg erfüllen.

Viele Stücken Land erfüllen die Voraussetzungen für den Bau eines Palastes, aber wo wird der Palast sein, wenn wir ihn dort nicht bauen?

Es gibt kein Glück außer einem Glück bei vollem Bewusstsein. Aber das Bewusstsein des Glückes ist unglücklich; denn sich glücklich wissen heißt einsehen, dass man durch das Glück hindurchgeht und es alsbald hinter sich lassen muss.

Es gibt keine Regeln. Alle Menschen sind Ausnahmen von einer Regel, die nicht existiert.

Es gibt keinen Spiegel, der uns selber als äußere Wesen zeigen könnte, weil es keinen Spiegel gibt, der uns aus uns selbst herausziehen könnte.

Es gibt Momente, in denen uns alles ermüdet, sogar das, was zu unserer Erholung beitragen sollte.

Es gibt sogar Leute, die Gott selbst ausbeutet, und das sind die Propheten und Heiligen in der Leere der Welt.

Es kommandiert nur, wer nicht fühlt.

Für den Normalmenschen heißt fühlen leben und denken heißt zu leben verstehen. Für mich heißt denken leben und das Fühlen liefert mir nicht mehr als Nahrung für mein Denken.

Geld ist schön, weil es eine Befreiung bedeutet.

Güte ist das Feingefühl roher Seelen.

Ich beneide alle Leute darum, nicht ich zu sein.

Ich bin der Zwischenraum zwischen dem, was ich bin, und dem, was ich nicht bin, zwischen dem, was ich träume, und dem, was das Leben aus mir gemacht hat, der abstrakte und leibliche Mittelwert zwischen Dingen, die nichts sind, da ich ebenfalls nichts bin.
Welche Unruhe, wenn ich fühle, welch Unbehagen, wenn ich denke, welche Nutzlosigkeit, wenn ich will!

Ich bin die lebendige Bühne, auf der verschiedene Schauspieler auftreten, die verschiedene Stücke aufführen.

Ich bin es müde, geträumt zu haben, freilich nicht müde zu träumen.

Ich bin früh aufgewacht und habe lange gebraucht, bereit zum Existieren zu sein.

Ich bin nichts. Ich werde nie etwas sein. Ich könnte nicht etwas sein wollen. Abgesehen davon habe ich alle Träume der Welt in mir.

Ich blicke auf mein vergangenes Leben wie auf ein weites Feld in der Sonne, wenn sie durch die Wolken bricht; und ich bemerke mit metaphysischem Staunen, dass mein bedachtestes Tun, meine klarsten Vorstellungen, meine logischsten Vorhaben letztlich nichts anderes waren als angeborene Trunkenheit, naturgegebene Narrheit und großes Unwissen.

Ich denke, wenn wir etwas sagen, ermöglichen wir es, seine Tugend zu bewahren und es von seinem Schrecken zu befreien.
Die Felder sind grüner, wenn wir über sie sprechen, mehr als in ihrem eigentlichen Grün.
Die Blumen, wenn sie mit Phrasen beschrieben werden, die sie im Atem unserer Einbildungskraft definieren, werden Farben mit einer Beständigkeit haben, die das biologische Leben nicht erlaubt.

Ich habe es stets abgelehnt, verstanden zu werden. Verstanden werden zu wollen heißt sich prostituieren

Ich habe keine Begabung zum Chef, auch nicht zum Gefolgsmann.

Ich mache Landschaften aus dem, was ich fühle.

Ich unterwerfe mich weder dem Staat noch den Menschen, ich leiste ihnen den Widerstand der Trägheit.

Im Grunde reist man am besten, indem man fühlt.

Im heutigen Leben gehört die Welt einzig den Dummen, den Selbstgefälligen und den Umtriebigen. Das Recht, zu leben und zu triumphieren, erwirbt man heute mehr oder weniger mit den gleichen Mitteln, mit denen man die Einweisung in ein Irrenhaus erreicht: die Unfähigkeit zu denken, die Unmoral und die Übererregtheit.

In mir steckt mehr innerer Schlaf als in mir Platz findet.

Je höher ein Mensch steht, auf desto mehr Dinge muss er verzichten.

Jeder Mensch der Tat ist seinem Wesen nach lebhaft und optimistisch, weil, wer nicht fühlt, glücklich ist.

Jedes Ding, das wir sehen, sollten wir zum ersten Mal sehen, da es auch tatsächlich das erste Mal ist, dass wir es sehen.
Und so ist jede gelbe Blume immer wieder eine neue gelbe Blume, selbst wenn es die wäre, die man als eben die gleiche wie gestern bezeichnen will.

Aber weder ist der Mensch derselbe, noch ist die Blume dieselbe. Selbst das Gelb kann nicht dasselbe sein.
Es ist schade, dass die Augen der Menschen nicht so beschaffen sind, dies zu begreifen.

Jedes Handeln ist der Natur nach die Projektion der Persönlichkeit auf die Außenwelt, und da die Außenwelt zur Hauptsache von menschlichen Wesen bestimmt wird, folgt daraus, dass diese Projektion der Persönlichkeit vor allem bedeutet, dass wir uns auf dem Weg unserer Mitmenschen querlegen, ihn hinderlich gestalten und sie je nach Art unseres Vorgehens verletzen und erdrücken.

Keine intelligente Idee kann sich durchsetzen, wenn sie nicht mit einer Dummheit vermischt wird.

Letzten Endes bleibt von diesem Tag das, was vom gestrigen blieb und vom morgigen bleiben wird: die unersättliche Lust und nicht zählbare Begierde, immer derselbe und ein anderer zu sein.

Meine Vergangenheit ist alles, was ich nicht war.

Nichts über sich selbst zu wissen, ist leben. Über unsere schlechten Eigenschaften zu grübeln, ist denken.

Niemand kennt den anderen.

Nur was wir träumen, sind wir wirklich, denn alles übrige gehört, weil es verwirklicht ist, der Welt und allen Menschen.

Schlaf, dass das Leben ein Nichts ist!
Schlaf, dass alles vergeblich ist!

Sich der Unbewusstheit des Lebens bewusst zu sein, ist die älteste Pflicht unserer menschlichen Intelligenz.



— Fernando Pessoa (1888 - 1935) war ein portugiesischer Dichter, Schriftsteller, und Geisteswissenschaftler.


— Pessoa (eigentlich: Fernando António Nogueira de Seabra Pessoa) gilt als einer der bedeutendsten literarischen Figuren des 20. Jahrhunderts und als einer der größten Dichter der portugiesischen Sprache.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Fernando Pessoa" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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