Ernst Bloch - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Ernst Bloch" (Philosoph; DE)

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Alles Gescheite mag schon siebenmal gedacht worden sein. Aber wenn es wieder gedacht wurde, in anderer Zeit und Lage, war es nicht mehr dasselbe.

Ernst Bloch (* 8. Juli 1885 in Ludwigshafen am Rhein; † 4. August 1977 in Tübingen) war ein deutscher Philosoph.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Ernst Bloch Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Philosoph).

Als der und jener scheint zwar jeder schon da. Aber keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt. Und zwar sind nicht zu wenig, sondern zu viel von Haus aus für das, was sie wurden. Später gewöhnen sie sich an die Haut, in der sie nicht nur stecken, sondern in die man sie auch noch gesteckt hat, beruflich oder wie sonst.

Altwerden bezeichnet also nicht nur eine wünschenswerte Zeitstrecke, auf der möglichst viel erlebt worden ist, möglichst viel in seinem Ausgang erfahren werden kann. Altwerden kann auch ein Wunschbild dem Zustand nach bezeichnen: das Wunschbild des Überblicks, gegebenenfalls Ernte.

Beziehungen: Auch im übertragenen Sinn ist der Mensch in seiner eigenen Haut nackt geboren und bedarf fremder bekleidender Stoffe, um sich genau in seiner eigenen Nähe zu wärmen, ja zu betonen.

Das Beste, was das Christentum hervorgebracht hat, sind seine Ketzer.

Das Ende Christi - es war immerhin sein Anfang.

Das Grundthema der Philosophie, die bleibt und ist, indem sie wird, ist die noch ungewordene, noch ungelungene Heimat.

Das Leben ist bedenklich, doch per Saldo sollte es sich rentieren. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Das Mädchen muss durch Ehe versorgt werden, so saß es auf der Stange, hatte auf den Mann zu warten. Oder fing mit List und sich selber als Köder Männer ein, blieb auch dann unmündig, ohne Jagdschein.

Das Reich der Freiheit kommt auch nicht mit stufenweiser Verbesserung von Gefängnisbetten.

Dasjenige, was im Schwange ist, findet seine Mitläufer nicht so sehr, weil es modisch als weil es vorteilhaft ist.

Denken heißt Überschreiten. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Der Aberglaube an die automatische Wirkung der Einsicht kommt außerhalb der schematischen Propaganda nur noch bei alten Mathematiklehrern vor.

Der Kapitalismus ist ungesund - sogar für Kapitalisten.

Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten.

Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch.

Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Der menschliche Hunger ist selten einstöckig, wie der der Tiere, und was er isst, schmeckt nach mehr.

Die Ausbürgerung ist ein Ehrenzeichen geworden - das einzige, das die Nazis zu verleihen imstande sind.

Die dialektisch-historische Tendenzwissenschaft Marxismus ist derart die vermittelte Zukunftswissenschaft der Wirklichkeit plus der objektiv-realen Möglichkeit in ihr; all das zum Zweck der Handlung. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Die Eitelkeit ist das letzte Kleid, das der Mensch auszieht.

Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht.

Die Liebe ist eine Reise in ein gänzlich neues Leben.

Die meisten Menschen sind zu feig zum Bösen, zu schwach zum Guten. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Die Menschen haben keinen aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schiefliegt.

Die Nazis haben betrügend gesprochen, aber zu Menschen; die Sozialisten völlig wahr, aber von Sachen. Es gilt, zu Menschen völlig wahr von ihren Sachen zu sprechen. (Quelle: Kritik der Propaganda in: Die Neue Weltbühne, 1937)

Die Sehnsucht scheint mir die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen.

Die Wachträume ziehen, sofern sie echte Zukunft enthalten, allesamt in dieses Noch-Nicht-Bewusste, ins ungeworden-ungefüllte oder utopische Feld. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Dienen und der Zwang zu gefallen sind im weiblichen Leben verwandt, denn das Gefallen macht gleichfalls dienstbar.

Er [der Pöbel] ist käuflich und sinnlos gefährlich, folglich kann er von denen, die die Mittel haben und die an den faschistischen Pogromen wahrhaft sachlich interessiert sind, verblendet und gebraucht werden.

Es gehört zum Wesen der Hoffnung, dass sie enttäuscht werden kann, sonst wäre sie ja Zuversicht.

Es gibt mystischen Nebel, doch ebenso gibt es einen Nebel der Unwissenheit, dem alles, was er nicht versteht, bereits mystisch vorkommt und damit abgetan ist.

Es gibt nur Karl May und Hegel - alles dazwischen ist eine unreine Mischung.

Es gibt Untaten, über welche kein Gras wächst.

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.

Furcht ist Besorgnis vor etwas Bestimmten - Angst ist Besorgnis vor etwas Unbestimmtem.

Gehe in dich, das ist leicht gesagt. Doch es zu tun, ist schon deshalb schwerer, weil da wenig Auslauf ist.

Heimat ist ein Ort, an dem noch niemand gewesen ist.

Homo semper tiro: der Mensch ist immer ein Lernender, die Welt ist ein Versuch, und der Mensch hat ihm zu leuchten.

Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.

Irren mag menschlich sein, aber Zweifeln ist menschlicher - indem es gegen das Irren angeht.

Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen.

Kunst ist absolute Endlichkeit, auch dort, wo sie, wie in allen ihren bedeutenden Äußerungen, transparent ist.

Kunst ist ein Laboratorium und ebenso ein Fest ausgeführter Möglichkeiten mitsamt den durcherfahrenen Alternativen darin, wobei die Ausführung wie das Resultat in der Weise des fundierten Scheins geschehen, nämlich des welthaft vollendeten Vor-Scheins.

Man lebt nicht, um zu leben. Sondern weil man lebt und hat sich dies Weil nicht ausgesucht.

Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern. (Quelle: Aphorismen und Lebensweisheiten)

Merkwürdigerweise, bedeutsamerweise teilt Hegel, sonst ein Freund der interesselosen Minerva, weder den formalistischen Standpunkt, noch den der Illusion; die Kunst ist ihm kein erkenntnisloses Als-Ob.

Nichts ist an sich gut, wenn es nicht begehrt wird. Aber nichts wird begehrt, wenn es sich nicht selbst als gut darstellt. (Quelle: Das Prinzip Hoffnung)

Nichts ist menschlicher als zu überschreiten, was ist.

Nichts vergessen, alles verwandeln.

Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, nur ein guter Christ kann ein Atheist sein.

Nur still - da geht einer in sich. Das bessert ihn, wie er meint. Doch das merkt niemand, bleibt er darin zu lange. Er tritt dann oft nur auf sich selber herum.

So ist der Satz Thomas Manns, dass Schriftsteller Leute seien, denen das Schreiben schwerer fällt als anderen, auch dahin variierbar, dass Philosophen das Denken schwerer fällt als anderen.

So ist Kunst Nicht-Illusion, denn sie wirkt in einer Verlängerungslinie des Gewordenen, in seiner gestalt-gemäßeren Ausprägung.

Sozialutopie arbeitete als ein Teil der Kraft, sich zu verwundern und das Gegebene so wenig selbstverständlich zu finden, dass nur seine Veränderung einzuleuchten vermag.

Und doch ist der Anfang von etwas seit je dazu geeignet, zu verführen wie nichts sonst. Er ist das Versprechen schlechthin und der Trost gegen das Abgestandene, dass es nicht bleiben muss.

Ungewohntes bleibt dem Kleinbürger eine Fundgrube von Spaß und Abneigung; das hängt mit seiner unsicheren Selbstzufriedenheit zusammen.

Utopisch Gewolltes leitet sämtliche Freiheitsbewegungen.

Vieles fiele leichter, könnte man Gras essen.

Was ist die Zeit? Und die lösende, nicht lösende Kinderantwort, Staunensantwort kommt dazu: Die Zeit ist eine Uhr ohne Ziffern.

Wenn man keine Autorität hat, braucht man Macht.

Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.



— Ernst Simon Bloch (1885 - 1977) war ein deutscher Philosoph.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Ernst Bloch" gefunden.

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