Christian Morgenstern - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Christian Morgenstern" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.

Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Christian Morgenstern Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.

Was ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie bitten um Ansichtskarten.

Es ist merkwürdig, daß ein mittelmäßiger Mensch oft vollkommen recht haben kann und doch nichts damit durchsetzt.

Die Weltanschauungen mancher Menschen gleichen lächelnden Festungen.

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben. (Thema Konflikt)

Ein Kunstwerk schön finden heißt, den Menschen lieben, der es hervorbrachte.

Jeder Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins Reine zu kommen.

Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.

Vorsicht und Misstrauen sind gute Dinge,
nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Misstrauen nötig.

Wünsche sind wie kleine Kinder...
Je mehr wir ihnen nachgeben,
um so anspruchsvoller werden sie.

Es gibt kaum eine größere Enttäuschung,
als wenn Du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.

Als ob Kunst nicht auch Natur wäre und Natur Kunst!

Brenne durstig himmelan!
Brenne stumm hinab! Doch – brenne!
Daß dein Los von dem sich trenne,
Der sich nicht verschwenden – kann.
Laß ihm seine Angst und Not!
Du verstehe nur den – Tod.

Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übelnimmt.

Die Hälfte allen Unglücks – vom gröbsten bis zum feinsten – geht auf Unwissenheit oder Denkfehler zurück, gewollte oder ungewollte Ungeistigkeit.

Die meisten wissen gar nicht, was sie für ein Tempo haben könnten, wenn sie sich nur einmal den Schlaf aus den Augen rieben.

Die Zaghaftigkeit – wo Gutes gewollt wird – ist zu nichts nütze. Sie ist nur die Quelle immer weiterer Schwäche und damit immer weiterer Misserfolge.

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.

Wißt ihr
weshalb?
Das Mondkalb
verriet es mir
im Stillen:

Das raffinier-
te Tier
tat's um des Reimes willen.

Gedicht: Das ästhetische Wiesel; Aus: Galgendichtung

Einander kennenlernen, heißt lernen, wie fremd man einander ist.

Es gibt Menschen, deren einmalige Berührung mit uns für immer den Stachel in uns zurücklässt, ihrer Achtung und Freundschaft wert zu bleiben.

Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.

Ich habe sehr sichere Instinkte, aber nicht die Gabe, eingehend zu begründen, zu erklären.
Die Mehrzahl der Heutigen hat umgekehrt die Gabe des Begründens und Erklärens in hohem Maße, aber dafür keine innere Direktion. Es ist unendlich quälend, die Berechtigung seines Urteils immer wieder aufs neue beweisen zu sollen.

Ihr anderen werdet sicherer immerdar.
Ich werde fragender von Jahr zu Jahr.

Ihr wollt meinen Platz wissen? Überall, wo gekämpft wird!

In dem Maße, wie der Wille und die Fähigkeit zur Selbstkritik steigen, hebt sich auch das Niveau der Kritik an anderen.

Laß die Moleküle rasen,
was sie auch zusammenknobeln!
Laß das Tüfteln, laß das Hobeln,
heilig halte die Ekstasen.

Gedicht: Zum Geleit; Aus: Galgendichtung

Mein Hang zum philosophischen Nachdenken beruht auf der einfachen Grundlage, dass ich über das kleinste Stück Natur irgendwelcher Art in höchste Verwunderung geraten kann.

Nur durch Schaden werden wir klug - Leitmotiv der ganzen Evolution. Erst durch unzählige, bis ins Unendliche wiederholte leidvolle Erfahrungen lernt sich das Individuum zum Meister über sein Leben empor. Alles ist Schule.

Vom höchsten Ordnungssinn ist es nur ein Schritt zur Pedanterie.

Wie süß ist alles erste Kennenlernen. Du lebst so lange nur als du entdeckst.

Wir sind geborene Polizisten. Was ist Klatsch anderes als die Unterhaltung von Polizisten ohne Exekutivgewalt.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.
Doch im Besitze eines Zeißes
betrachtet voll gehaltnen Fleißes
vom vis-à-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.
Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm.

Gedicht: Vice Versa (1905).

Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Alles Denken ist wesentlich optimistisch. Der vollendete Pessimist würde verstummen und - sterben.

Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache erst an.

Beim Menschen ist kein Ding unmöglich, im Schlimmen wie im Guten.

Das ist meine allerschlimmste Erfahrung: Der Schmerz macht die meisten Menschen nicht groß, sondern klein.

Das Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.

Das Wort reißt Klüfte auf, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Sprache ist in unsere termini zerklüftete Wirklichkeit.

Dass Güte nicht auch Schwäche sein könnte, behauptet niemand, dass sie es immer sei, nur ein Tor

Der Duft der Dinge ist die Sehnsucht, die sie in uns nach sich erwecken.

Der moderne Mensch "läuft" zu leicht "heiß". Ihm fehlt zu sehr das Öl der Liebe.

Der österreichische Dialekt ist darum so hübsch, weil die Rede beständig zwischen Sichgehenlassen und Sichzusammennehmen hin und her spielt. Er gestattet damit einen durch nichts andres ersetzbaren Reichtum der Stimmungswiedergabe.

Die beste Erziehungsmethode für ein Kind ist, ihm eine gute Mutter zu verschaffen.

Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird.

Die Zahl der Vegetarier würde sicher ins Unermessliche sich steigern, wenn der gebildete Mensch die Tiere, derer er sich als Nahrung bedient, selbst schlachten müsste.

Ein Hauptzug aller Pädagogik: unbemerkt führen.

Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.

Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist.

Einen Krieg beginnen heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn aufzulösen.

Es gibt nichts Hemmenderes als Gemeinplätze und Redensarten. Jede Redensart ist die Fratze eigener Gedanken, ein "Mitesser" im Zellengewebe des Denkers.

Gedanken wollen oft - wie Kinder und Hunde -, dass man mit ihnen im Freien spazieren geht.

Genau betrachtet, ist alles Gespräch nur Selbstgespräch.

Glaube mir, dass eine Stunde der Begeisterung mehr gibt, als ein Jahr gleichmäßig und einförmig dahinziehenden Lebens.

Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr Leben zu schenken.

Ich könnte mir ein künftiges Jahrtausend denken, das unser Zeitalter der Technik anstaunte, wie wir die Antike bewundern, und Maschinen ausgrübe wie wir Statuen.



— Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern (1871 - 1914) war ein deutscher Dichter und Übersetzer.


— Christian Morgenstern wurde 1871 in München geboren und zog 1894 nach Berlin. Dort begegnete er 1908 Margareta Gosebruch von Liechtenstern; die beiden waren seitdem ein Paar und die Heirat fand 1910 statt. In Berlin lernte er 1909 auch Rudolf Steiner kennen und zwischen beiden entwickelte sich eine enge und dauerhafte Freundschaft.

Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Christian Morgenstern" gefunden.

Ein Zitat (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann dazu motivieren, die eigenen Geistesblitze & Ideen zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.