Berthold Auerbach - Zitate

— Gute Zitate (58), Aphorismen und Sprüche von "Berthold Auerbach" (Schriftsteller; DE)

— Beliebtes Zitat:

Eine Idee muss Wirklichkeit werden können, sonst ist sie eine eitle Seifenblase.

Berthold Auerbach (* 28. Februar 1812 in Nordstetten (heute Ortsteil von Horb); † 8. Februar 1882 in Cannes) war ein deutscher Schriftsteller.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Berthold Auerbach Zitate (Land: DE / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Alle Religionen sind schön, die uns zu guten Menschen machen.

Alles Leben draußen ist nur wie ein Schlafen in Kleidern. Daheim erst liegt man im Bett.

Aphoristische Bemerkungen sind oft wie ein farbloser Niederschlag aus lebendigen Wahrnehmungen, die erst demjenigen wieder einen farbigen Inhalt darbieten, der eine eigene Lebenserfahrung hinzubringt.

Den Regen hört man fallen, den Schnee nicht. Der herbe Schmerz ist noch laut, der gefasste ist still.

Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.

Die bitterste Frucht des Grames ist: Gleichgültigkeit gegen die Welt.

Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.

Die Liebe ist einäugig, aber Hass gänzlich blind.

Eine fremde Sprache lernen und gut sprechen, gibt der Seele eine innere Toleranz, man erkennt, daß alles innerste Leben sich auch noch anders fassen und darstellen lasse, man lernt, fremdes Leben achten.

Es gibt Gefahren, denen zu entfliehen nicht Feigheit ist, sondern höchster Mut, die Kraft, sich selbst zu besiegen.

Es gibt keinen reinen Frühling. Man wandelt immer auf dem welken Lauf vergangenen Daseins.

Es ist doch nur ein Gott, der die Sonne scheinen und die Bäume wachsen lässt, und er weiß doch, wie es gemeint ist, ob man so oder so zu ihm betet.

Es ist leicht, energisch zu sein, wenn man einseitig wird.

Es kann kein Mensch dem anderen etwas vollkommen recht machen, aber dankbar kann man doch sein. Und Dank ist ein Boden, auf dem die Freude gedeiht.

Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit.

Geh mit Gottes Gnade
durch Schatten und Licht
an ferne Gestade
zu uns bitte nicht.

Geld erwerben erfordert Klugheit; Geld bewahren erfordert eine gewisse Weisheit. Und Geld schön auszugeben ist eine Kunst.

Heimisch in der Welt wird man nur durch Arbeit. Wer nicht arbeitet, ist heimatlos.

Jugendeindrücke sind das ewig Bestimmende in einem Menschen. Es bildet sich da gleichsam ein geistiger Münzfuß aus, nach dem lebenslang gerechnet wird.

Keine Lehre, keine noch so hohe, ändert der Menschen Sinn. Nur das Leben, Anschauen, die Erfahrung der Tatsachen an sich und anderen, nur das bekehrt. Das ist ja das Elend der Dogmatik, daß sie lehren will, was nur das Leben gibt.

Leiste jeglichem und erwarte von niemandem.

Man kann einen Menschen schneller und leichter verderben als verbessern.

Man muss freie, einfache Gedanken des Lichtes täglich wiederholen, wie die Sonne täglich aufgeht und die Nacht verscheucht.

Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden.

Nicht die Sittlichkeit regiert die Welt, sondern eine verhärtete Form derselben: Die Sitte.

Nur arbeitsame Menschen sind aus sich heraus fröhlich, friedfertig und gut, Müßiggänger werden aber zu Trunk- und Spielsucht verleitet, werden ärgerlich, zänkisch, ränkesüchtig und schlecht.

Selbstbestimmung, Selbstregierung, Selbstführung sind die Grundbedingungen des modernen Lebens. – Je freier die Berufsart, umso stetiger bedarf es in ihr der Disziplin seiner selbst.

Warum hat keine Religion vor allem anderen das Gebot Du sollst arbeiten?

Was wäre die Erfüllung der Pflicht, wenn sie kein Opfer kostete?

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.

Wunderbar! Wenn die Menschen in Zank und Streit geraten sollen, da werden die Zaghaftesten beredt; wenn es aber gilt, ein Liebeswort, ein versöhnendes, zu sagen, da krümmen und winden sie sich wie Stotternde.

Bei allem schweren Denken in die Ferne fordern die Gegenwart und der Tag ihr Recht.

Der brave Mensch grämt sich weit mehr über ein Unrecht, das er getan hat, als über ein solches, das ihm angetan wurde.

Der Gebildete hat ein bewaffnetes Auge.

Der untrüglichste Gradmesser für die Herzensbildung eines Volkes und eines Menschen ist, wie sie die Tiere betrachten und behandeln.

Die Ascetik der Kirche betrachtet das Leben aus dem Gesichtspunkte des Todes, die freie, thatenfrohe Erkenntnis dagegen aus dem Gesichtspunkt des heiteren Schaffens.

Ein bis zum Stolz gehendes Selbstbewusstsein, wenn es recht gelenkt ist, kann ein sicheres Moralprinzip werden.

Es gibt Menschen, die sich auch innerlich kleiden, wie es die Mode heischt

Man wünscht viel, was einem nicht recht wäre, wenn´s nachher in Erfüllung ginge.

Unruhe ist der ärgste Dämon im Leben.

Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die Höchste.

Wenn man verheiratet ist, ist´s aus und vorbei mit dem Eigenwillen.

Wer Hass und Verachtung in der Seele trägt, ist schwer belastet und kann nie frei aus sich atmen.

Wer keine Freude an der Welt hat, an dem hat die Welt auch keine Freude.

Alle Liebe der Menschen muss erworben, erobert und verdient, über Hindernisse hinweg erhalten werden. Die Mutterliebe allein hat man unerworben und unverdient.

Das beste, was man in der Welt haben kann, ist daheim zu sein.

Die Phantasie ist der mächtigste Despot.

Man bedarf oft das Unnötigste am meisten.

Nur der Mensch ist frei, der sich seine eigenen Gedanken im Kopfe ausbildet, niemand etwas nachspricht, was er   versteht und selber einsieht, der die Gesetze kennt, die Gott in seine Brust geschrieben hat, und ohne Menschenfurcht ihnen gerecht zu werden strebt.

Was ein Mensch in der Welt auch tue, und sei es noch so weitwirkend: Hat er nicht seine Pflicht gegen seine Eltern erfüllt, so ist alles andre hinfällig.

Weichliche Naturen machen gerne energische Programme von weit ausgreifendem Umfang und erschöpfen im Programm ihren momentanen Enthusiasmus.

Bei einem echten Menschen heißt kennenlernen: lieben lernen.

Der Mensch lebt nicht voll, wenn er nur für sich lebt und sein Dasein bewahrt.

Du liebst die Reflexion nicht? Unmittelbare, oder durch die Kunst vermittelte Anschauung und Empfindung erscheint wie Wasser, die Reflexion wie Nebel, oder auch die Anschauung erscheint als Wärme, die allgemeine Betrachtung als Kälte; aber der Nebel kann zu Regen und Tau werden, und das erstarrte Leben wird grade durch Kälte wieder erwärmt.

Eine große Frage der Lebenskunst ist, inwieweit wir unsere Persönlichkeit, unsere Eigentümlichkeit mit in die Gesellschaft nehmen und an sie hinausgeben dürfen. Zu viel Persönlichkeit atomisiert die Gesellschaft, zu wenig Persönlichkeit verflacht sie und macht sie farblos, fade und vag.

In großen Zeiten verschwindet alles kleine Leid und alle Einzelklage um eigenes Schicksal.

Wo die eigene Kraft dich verlässt und zur Neige ist, wo du nicht mehr fassen, wirken und schaffen kannst: da fügen sich die Hände still ineinander, und dieses Sinnbild spricht:
„Ich kann nicht mehr, waltet ihr, ihr ewigen Mächte!“



— Berthold Auerbach (1812 - 1882) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.


Es wurden 58 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Berthold Auerbach" gefunden.

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