Adalbert Stifter - Zitate

— Gute Zitate (60), Aphorismen und Sprüche von "Adalbert Stifter" (Schriftsteller; AT)

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Was je Gutes oder Böses über die Menschen gekommen ist, haben Menschen gemacht.

Adalbert Stifter, Pseudonym Ostade, (* 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmen; † 28. Jänner 1868 in Linz) war ein österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge.

— Prägnante Sentenzen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten und Pointierte Aphorismen, — die besten Adalbert Stifter Zitate (Land: AT / Berufsgruppe: Schriftsteller).

Denn nur der ist reich, der geliebt wird und lieben darf.

Anmaßung geht niemals aus einem Dasein, sondern nur stets aus einem Mangel hervor.

Das Beste aber, was der Mensch für einen anderen tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.

Das Heiligste in uns sagt, dass die Eltern geehrt werden müssen, dass das Band zwischen Eltern und Kind nicht zerstört werden darf, wenn auch das Herz bricht.

Das höchste irdische Gut ist die Kunst, die Darstellung des Göttlichen im Kleide des Reizes.

Das ist das göttliche und Bewunderungswürdige, dass das feine Menschengemüt, und ich sage, sogar das feine Tiergemüt, weiß, ob man es liebt oder nur seiner bedarf.

Das Leben ist ein unabsehbares Feld, wenn man es von vorn ansieht. Und es ist kaum zwei Spannen lang, wenn man am Ende zurückschaut.

Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbarste Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare trägt und jeder hat im ganzen Weltall nur ein einziges solches Herz.

Das Paradies liegt allemal in uns, nicht draußen in dem Bau der Welt, der nur durch unser Auge schön wird, und nicht in dem Tun der Menschen, das nur durch unser sittliches Urteil Bedeutung erhält.

Das Schöne ist das Sittengesetz in seiner Entfaltung und durch sinnliche Mittel wahrnehmbar.

Der Künstler hat jenes Ding in seiner Seele, das alle fühlenden Menschen in ihrer Tiefe ergreift, das alle entzückt, und das keiner nennen kann.

Der Künstler macht sein Werk, wie die Blume blüht, sie blüht, wenn sie auch in der Wüste ist und nie ein Auge auf sie fällt.

Der Mensch kann nicht leben ohne das sittlich Große, ja, wenn es ihm entzogen wird, verlangt er danach mit heftigerem Hunger als nach jedem anderen Dinge dieser Erde.

Der Standpunkt der Kunst eines Volkes ist immer der Standpunkt seiner Menschlichkeit.

Der wahre Künstler bringt ohne Wissen das Göttliche, wie es sich in seiner Seele spiegelt, in sein Werk.

Der wahre Künstler stellt sich die Frage gar nicht, ob sein Werk verstanden werden wird oder nicht.

Die Familie ist die natürlichste, festeste und innigste Körperschaft. Aus ihr, wenn sie gut ist, geht die höchste Würde des menschlichen Geschlechtes und die größte Vollkommenheit der Staatsform hervor.

Die Freundschaft schließt erst völlig den Ring des Glückes und gibt uns, wie edel und gut auch der Freund sei, doch die Versicherung eigenen Wertes, der Unwürdige hat nur Spießgesellen, nicht Freunde.

Die Kunst eines Volkes ist der Zeiger seiner sittlichen Höhe.

Die Kunst ist die irdische Schwester der Religion.

Die reinigendste, die allerschönste Blume der Liebe, aber nur der höchsten Liebe, ist das Verzeihen, darum wird es auch immer an Gott gefunden und an Müttern. Schöne Herzen tun es öfter schlechte nie.

Ein so kurzer Brief kommt mir vor, als ob zwei Freunde, die sich lange nicht gesehen haben an einem Ort zusammenkämen, sich da einen guten Morgen wünschten und wieder von dannen gingen.

Ein wirklicher und aufrichtiger Freund ist nächst der treuen Gattin das größte Gut des Herzens, das ein Mann auf dieser Erde haben kann.

Eine Sünde, welche in arbeitenden Ständen und auch wohl in anderen sehr häufig ist: die Sünde der Erfolggenügsamkeit oder der Fahrlässigkeit, die stets sagt: "es ist so auch recht", und die jede weitere Vorsicht für unnötig erachtet.

Es gibt nur eine, eine einzige Liebe, und nach der keine mehr.

Es ist die große Zahl der Menschen so, dass sie zuerst ihrer selbst gedenkt, und auch nicht recht ihrer selbst, sondern ihrer Lust.

Ist denn nicht das Schreiben selbst eine Unterredung mit dem Freunde? Mir wenigstens ist es fast ebenso süß, an ferne Liebe zu schreiben, als von ihnen Briefe zu empfangen.

Je mehr die Eltern selber geistig unentwickelt sind, je mehr die Triebe, Leidenschaften und Regungen ihres Körpers über sie herrschen, desto mehr pflanzen sie auch diese Dinge ihren Kindern ein.

Jede Größe ist einfach und sanft, wie es ja auch das Weltgebäude ist, und jede Erbärmlichkeit poltert wie Pistol in Shakespeare, und die Unkraft lärmt auch und schlägt um sich, wie es die Knaben in ihren Spielen tun, wo sie Männer darstellen.

Lob von niederen Menschen erschreckt mich, denn ich muss dann auf ihren Wegen gewandelt sein, von mittel mäßigen ist es mir langweilig, von höheren entzückt es mich.

Macht in Amt und Würde, Größe und Ansehen durch Geburt, ja selbst die glänzendsten Begabungen und Talente sind nichts und verschwinden gegen das einzig Große, was der Mensch zu erreichen vermag: die Rechtschaffenheit und Schönheit des Charakters.

Man muss eben in die Jahre kommen, in denen das Brausen des eigenen Lebens den großen, ruhig wallenden Strom des allgemeinen Lebens nicht mehr überrauscht, dass man dem großen Leben gerecht wird und sein eigenes als ein sehr kleines unterordnet.

Menschen, welche gerne den Spuren des Schönen und Edlen nachgehen, finden sich wechselweise schneller als andere, haben ein innigeres Gefühl des Wohlwollens füreinander, und dieses Gefühl ist auch ein dauerndes.

Nicht jene Verfassung ist die beste, welche die größtmögliche Menge von Freiheit gibt, sondern welche die der Vernunft Entwickelung angemessenste gibt.

Reichtum, Ansehen, Macht, alles ist unbedeutend und nichtig gegen die Größe des Herzens das Herz allein ist das einzige Kleinod auf der Welt.

Und haben nicht selbst die Heiden ihre Künste nur am Schönsten um ihre Götter, um ihre Tempel geschlungen Ja, war bei den Griechen nicht am Ende Religion und Kunst eins.

Vor der Festigkeit der Pflicht, wie sinkt jedes andere Ding der Erde zu Schanden nieder!

Was den allergrößten Schaden bringt, sind die unreifen Politiker, die in Träumen, Deklamationen und Phantasien herumirren und doch so drängen, dass nur das Ihrige geschehe.

Was groß ist, neigt dem Großen zu und wagt das Unglaubliche.

Was im Menschen rein und herrlich ist, bleibt unverwüstlich und ist ein Kleinod in allen Zeiten.

Was nun die Besteigung des Berges betrifft, so geschieht dieselbe vom Tale aus.

Was wäre denn die Liebe, wenn sie nicht ein reichliches Maß über das Verdienst hinaus gäbe? Dieses freie Geschenk ist es, welches den Geber und Empfänger beseligt.

Wen die größeren Gegenstände der Liebe verlassen haben, oder wer sie nie gehabt habt, und wer endlich auch gar keine Liebhaberei besitzt, der lebt kaum und betet auch kaum Gott an, er ist nur da.

Wenn die Jahre wachsen, erkennt man den Wert der Freundschaft immer tiefer.

Wie hat Gott den Menschen beglückt, dass er ihm gab, Liebe empfinden und Liebe schenken zu können! Aber was sage ich, dem Menschen? Die ganze Welt ist auf Liebe gebaut, ein Meer von Liebe ist alles.

Wie heilig, wie unbegreiflich und wie furchtbar ist jenes Ding, das uns stets umflutet, das wir seelenlos genießen, und das unseren Erdball mit solchen Schauern überzittern macht, wenn es sich entzieht, das Licht, wenn es sich nur so kurz entzieht.

Wir heißen das Göttliche, insofern es sinnlich wahrnehmbar wird, auch das Schöne. Was anderes darstellt als das Göttliche, mag allerlei sein, nur Kunst ist es nicht.

Der Schmerz ist ein heiliger Engel, und durch ihn sind die Menschen größer geworden als durch alle Freuden der Welt.

Die großen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das Große geschieht so schlicht wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides.

Er hat manchmal wollen den Sonnenschein auf seinen Hut stecken und die Abendröte umarmen.

Es gibt eine Stille, in der man meint, man müsse die einzelnen Minuten hören, wie sie in den Ozean der Ewigkeit hinunter tropfen.

Es wird vielen Leuten lächerlich sein, und manchen frommen Christen ärgerlich, dass wir auf einen Hund so viel Rücksicht nehmen.

Ich brauche Ruhe und Heiterkeit der Umgebung und vor allem Liebe, wenn ich arbeite.

Nur die Ruhe in uns selbst lässt uns sorglos zu neuen Ufern treiben.

Was der Augenblick geboren, schlang der Augenblick hinab! Aber ewig bleibt es unverloren, was das Herz dem Herzen gab.

Wer die Kostbarkeit des Augenblicks entdeckt, findet das Glück des Alltags.

Alles wäre gewonnen, wenn es gewonnen werden könnte, dass kein einziger Unrecht täte.

Das Beste steht nicht immer in den Büchern, sondern in der Natur.

Die Familie ist es, die unsern Zeiten Not tut, sie tut mehr Not als Kunst und Wissenschaft, als Verkehr, Handel, Aufschwung, Fortschritt, oder wie alles heißt, was begehrungswert erscheint. Auf der Familie ruht die Kunst, die Wissenschaft, der menschliche Fortschritt, der Staat.



— Adalbert Stifter (1805 - 1868) war ein österreichischer Schriftsteller und Maler.


Es wurden 60 deutsche Sprüche, Zitate, Gedanken, Lebensweisheiten und Sentenzen des Autors "Adalbert Stifter" gefunden.

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